Philosophie Lexikon der Argumente

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Sinn, Philosophie: Sinn ist eine Eigenschaft von Aussagen, die die Feststellung des Wahrheitswerts (wahr oder falsch) grundsätzlich ermöglicht, wenn auch nicht garantiert. Auch falsche Aussagen haben Sinn, sonst könnte ihre Falschheit nicht festgestellt werden. Sinnlos ist demnach, was nicht negiert werden kann. Aussagen über die Zukunft erlauben eine Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, wenn sie sinnvoll sind ohne einen Wahrheitswert zu haben. Wünsche und Befehle sind sinnvoll und verstehbar, wenn sie in negierbare Aussagesätze umformuliert werden können. Siehe auch Verstehen, Negation, Wahrheitswerte, Verifikation, Bestimmtheit, Unbestimmtheit, Wahrscheinlichkeit, Fregescher Sinn.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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GLU I 170
Sinn/Luhmann/GLU: erlaubt die selektive Erzeugung aller sozialen und psychischen Formen - Form des Sinns ist die Unterscheidung "real"/"möglich". - Sinn ist die Simultanpräsentation von Aktuellem und Möglichem - Sinn bestimmt Anschlußfähigkeit an weitere Kommunikation - ((s) Anderswo: ist die Dimension, in der Negation präsentiert wird.) - Sachdimension: "dies"/"anderes" - Sozialdimension: "ego"/"alter" - Zeitdimension: Vergangenheit/Zukunft.
II 34
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: Ordnungsform menschlichen Erlebens. - Das Erleben muss auswählen - dazu dient der Sinn. - Erleben/Handeln: ist Selektion nach Sinnkriterien.
II 35
Def Sinn/Luhmann: die Bedeutung, die etwas für einen Beobachter hat - Sinnlosigkeit: nur bei Zeichen möglich.
II 44
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: braucht keinen Träger - Sinn trägt sich selbst, indem er seine eigene Reproduktion selbstreferentiell ermöglicht.
II 139
Sinn/Luhmann/Reese-Schäfer: vorsprachliche, die Sprache fundierende Kategorie.
Sinn/HabermasVsLuhmann: prinzipiell sprachlich - nicht ohne intersubjektive Geltung denkbar. LuhmannVsHabermas: Studien über Ehekonflikte zeigen, dass diese alltagssprachlich nicht zu lösen sind, weil die Alltagssprache jeweils positive und negative Ausdrücke bereithält.
AU I Kass 10
Sinn/Soziologie/Luhmann: Problem: wenn jedes Individuum Sinn produziert, gibt es dann eine Sphäre der Intersubjektivität? - Lösung: wir müssen die Sinnkategorie auf zwei verschiedene Systemkategorien anwenden:
1. Psychische Systeme, Bewusstseinsysteme, die sinnhaft erleben. -
2. Kommunikationssysteme, die Sinn reproduzieren dadurch, dass er in Kommunikation verwendet wird. Subjekt: geht verloren. - das Subjekt ist kein Träger des Sinns. - Sinn wird formal. - Lösung: Gewinnung durch die Unterscheidung von Medium und Form - d.h. unabhängig von einem bestimmten System.
AU Kass 10
Sinn/Luhmann: Sinn könnte eine ständige Aufforderung zu spezifischer Formenbildung sein, die sich dann immer dadurch auszeichnen, dass sie im Medium von Sinn gebildet sind - diese Formen repräsentieren aber nicht Sinn als Kategorie überhaupt - Das Wort "Sinn" ist nämlich nicht das einzige, was Sinn hat.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: a) im Bewusstseinssystem - Bsp Verweisen auf andere Möglichkeiten: ich habe den Schlüssel in der Tasche, um später die Tür aufzuschließen - aber Sinn ist auch die Lokalisierung dieser Verweisung in allem, was wir als Gegenstand betrachten - b) im Kommunikationssystem: zur Information gehört auch der Ausfallbereich: was überrascht mich? - Alle Items haben nur vor dem Hintergrund anderer Möglichkeiten Sinn.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: ist selbst ein Medium - auch Negation spielt sich innerhalb ab. - Aber Sinn ist selbst nicht negierbar. - Wir kommen nicht heraus. - Eine Welt, in der wir nur noch Käfer existieren, wäre eine, in der kein Sinn mehr prozessiert wird - Aber wir können sie uns nur sinnhaft vorstellen. - Wir stellen uns den Rest als Rest vor - ("wie es für den Menschen wäre"). - ((s) > Nagel, Fledermaus) - Tier/Luhmann: es ist unentscheidbar, ob es Sinn für Tiere gibt. - Wir sind auf die Unterstellung von Sinn angewiesen. - Keine Unterscheidungen von Sinn wie z.B. "sachlich"/"zeitlich"/"sozial" sind möglich.
AU I Kass 10
Sinn/Luhmann: kein sinnbrauchendes System kann dann für sich selbst völlig transparent werden. - Das, was wir als Resultat einer langen Kette von Operationen sind, welche Strukturen wir haben, können wir nicht auf eine Formel bringen. - Aber wir können uns stattdessen vorstellen, wer wir sind, oder wir können es beschreiben. - Dabei stoßen wir auch schnell auf Sinnloses - d.h. etwas, das nicht in diese Beschreibung passt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.10.2017