Philosophie Lexikon der Argumente

 
Sinnesdaten: Ausdruck für das Material, das den Sinnesorganen gegeben ist und vom Bewusstsein weiter verarbeitet wird. Die Auffassung dieses Materials als Daten ermöglicht die Aufteilung in Elemente, die verschieden zusammengesetzt werden können. Die Unterscheidung von Wahrnehmungssubjekt und Gegenständen sollte damit vermieden werden, tritt aber in umformulierter Weise wieder auf. Siehe auch Proximale Theorie, Distale Theorie, Gewissheit, Wissen, Kausaltheorie, Wahrnehmung, Reize.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Hintikka I 78
Sinnesdaten/Russell/Hintikka: a) durch die Sinne gegeben, daher Täuschung möglich - b) gleichzeitig gehören sie nicht zum psychischen Vorgang der Wahrnehmung - sondern sie sind deren Gegenstände, deren Inhalt.
I 107
Sinnesdaten/WittgensteinVsRussell/Hintikka: keine physikalischen Gegenstände. - Viel weitergehend: er braucht sie zu semantischen Zwecken: als Bausteine aller logischen Formen - sowie die Substanz aller möglichen Sachverhalte. - Subjekt: ist selbst kein Gegenstand.
I 109
Ob ein Gegenstand einfach oder komplex ist, ist empirisch, nicht Frage der Logik.
I 114 Sinnesdaten/Moore/Hintikka: macht einen Unterschied zwischen Fleck und seiner Farbe. Nur der Fleck gehört zu den Sinnesdaten! WittgensteinVsRussell: sie sind logische Konstruktionen - sie vereinfachen Gesetze, sind für diese aber nicht nötig. - Später: (Zettel § 498): "privates Objekt vor meiner Seele".
I 180
Sinnesdaten/Russell/Hintikka: versäumt es, eine strenge Unterscheidung durchzuhalten zwischen einem Sinnesdatum als nacktem Einzelding und einem Sinnesdatum als komplexem Gegenstand.
I 322
Sinnesdaten/Wittgenstein/Hintikka: mittlere und späte Periode: die Welt, in der wir leben ist die Welt der Sinnesdaten.
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II 87
Sinnesdaten/Wittgenstein: der Satz ist ein Urteil über Sinnesdaten, ein Ablesen der eigenen Sinnesdaten, z. B. dies ist rot". Hier bedarf es keiner weiteren Verifikation, das ist a priori.
II 92
Sinnesdaten/physikalisches Ereignis/Wittgenstein: der physikalische Klang hat eine Dauer, das entsprechende Sinnesdatum nicht - Hören und erinnern sind ganz verschieden. - sinnlos: zu sagen, dass man etwas sowohl hört als auch erinnert - wie Bsp dass man sich des Sehens und gleichzeitig des Thermometers bedient.
II 100
Sinnesdaten/WittgensteinVsRealismus: Sinnesdaten und physikalische Gegenstände stehen nicht in kausalen Beziehungen zueinander.
II 101
Die Beziehung zwischen Gegenständen und Sinneseindrücken ist sprachlich - und damit notwendig.
II 101
Sinnesdaten/Begriff/Wittgenstein: Sinnesdaten sind die Quelle unserer Begriffe.
II 102
Die Welt in der wir leben, ist die der Sinnesdaten - aber die von der wir reden, ist die der physikalischen Gegenstände.
II 129
Sinnesdaten/Wittgenstein: es ist Unsinn, von der Beziehung zwischen Gegenstand und Sinnesdatum zu reden.
II 134
Sinnlos: von den Ursachen meiner Sinnesdaten zu reden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Wittgenstein
> Gegenargumente zu Sinnesdaten

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.09.2017