Philosophie Lexikon der Argumente

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Sprache, Philosophie: eine Menge von zu einem Zeitpunkt fixierten lautlichen oder schriftlich kodierten Formen zum Austausch von Informationen bzw. von Unterscheidungen innerhalb einer Gemeinschaft, deren Mitglieder in der Lage sind, diese Formen als Zeichen oder Symbole zu erkennen und zu interpretieren. Im weiteren Sinn auch Zeichensysteme, die von Maschinen verarbeitet werden können. Siehe auch Kommunikation, Sprachregeln, Bedeutung, Bedeutungswandel, Information, Zeichen, Symbole, Wörter, Sätze, Syntax, Semantik, Grammatik, Pragmatik, Übersetzung, Interpretation, Radikale Interpretation, Unbestimmtheit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 113
Sprache/Davidson: Konventionen und Regeln erklären die Sprache nicht, die Sprache erklärt sie.
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
II 54
These: der Begriff der Sprache sei überflüssig. So etwas wie eine Sprache gibt es nicht, jedenfalls nicht in dem Sinn wie viele Philosophen und Linguisten meinen.
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Rorty II 21
Davidson/Rorty: "wie die Sprache funktioniert" hat wenig mit der Frage zu tun, "wie das Erkennen funktioniert".
DavidsonVsTradition/Rorty: Sprache kein instrumentelles Zeichensystem, weder des Ausdrucks noch der Darstellung.
Rorty II 21
Davidson: "So etwas wie eine Sprache gibt es nicht, es gibt nichts was man lernen oder beherrschen könnte." (Eher vorläufig funktionierende Theorien). Keine Konventionen, wie wir uns verständigen!
Davidson: wir sollten dahin kommen, irgendwann nichts mehr zu verehren, alles, unsere Sprache, Bewußtsein, Gemeinschaft, sind Produkte von Zeit und Zufall.
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Brandom I 922
Sprache/Davidson: bloß praktische, hypothetische Notwendigkeit, bequem für Gemeinschaft, sie zu haben - maßgeblich: wie jemand verstanden werden möchte - Gehalte nicht vor wechselseitigen Interpretationen auszumachen.
Brandom I 518
Sprache Davidson: interpretiert sprachliche Ausdrücke als Aspekt der intentionalen Interpretation von Handlungen - pro top down - Tarski: egal ob top-down oder bottom-up.
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
II 51
Sprache/Davidson: jede ist über die kausalen Beziehungen zugänglich. - Letztlich ist es irrelevant für die W-Theorie, welche die tatsächlich gesprochene Sprache ist.
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Brandom I 454
Sprache/Davidson/Rorty: nicht Begriffsschema, sondern kausale Interaktion mit der Umwelt - beschrieben durch die Radikale Interpretation. - Dann kann man nicht mehr fragen, ob die Sprache auf die Welt "passt".
Rorty III 33
Sprache/DavidsonVsTradition/Rorty: Sprache ist nicht Medium, weder des Ausdrucks noch der Darstellung. - Falsche Fragen: Bsp "Welchen Ort haben Werte?" - Bsp "Sind Farben bewusstseinsabhängiger als Gewichte?". - Richtig: "Steht unser Gebrauch dieser Worte unserem Gebrauch anderer Worte im Wege?".
Rorty VI 133
Sprache/Davidson/Rorty: so etwas wie eine Sprache gibt es nicht. (> Davidson, A Nice Derangement of Epitaphs): es gibt keine Menge von Konventionen, die man lernen müsste, wenn man sprechen lernt. kein abstraktes Gebilde, das verinnerlicht werden müsste.
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Seel III 28
Sprache/Davidson: These: Sprache ist kein Medium - aber Geist ohne Welt und Welt ohne Geist sind leere Begriffe. - Sprache steht nicht zwischen uns und der Welt - Sehen: wir sehen nicht durch die Augen sondern mit ihnen - VsMentalesisch: eine Gedankensprache gibt es nicht. - Sprache ist Teil von uns. - Sie ist ein Organ von uns. - Sie ist die Art, wie wir die Welt haben. - Medium/Davidson/Seel: hier sehr eng gebraucht. - Medium/Gadamer: nicht Instrument, sondern unverzichtbares Element des Denkens.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

Se I
M. Seel
Die Kunst der Entzweiung Frankfurt 1997

Se II
M. Seel
Ästhetik des Erscheinens München 2000

Se III
M. Seel
Vom Handwerk der Philosophie München 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.06.2017