Philosophie Lexikon der Argumente

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Supervenienz, Philosophie des Geistes: Ausdruck für eine eingeschränkte Abhängigkeit zwischen Bereichen. Dabei sind Elemente eines Bereichs B abhängig von Änderungen von Elementen eines Bereichs A, aber nicht umgekehrt. Supervenienz wird von manchen Autoren zur Erklärung des Verhältnisses von mentalen und physischen Prozessen gebraucht. Die Annahme einer Supervenienz dient der Umgehung stärkerer Annahmen wie z.B. der Identitätstheorie. Siehe auch Kovarianz, Abhängigkeit, Identitätstheorie, Materialismus, Reduktionismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
II 143f
Überzeugungen/Davidson: sind nicht supervenient in Relation zu neuronalen Zuständen, und zwar deshalb nicht, weil sie teilweise externalistisch, in Bezug auf Objekte individuiert werden.
Bsp Putnams Zwillingserde/ZE: die beiden Zwillinge sind in Bezug auf Gehirnzustände identisch, aber nicht - und das ist die Pointe - in Bezug auf den mentalen Zustand.
ZE: Gehirnzustand identisch, Geisteszustand unterschiedlich
Supervenienz/Davidson/Glüer/(s): kein Unterschied in der einen Menge ohne irgendeinen Unterschied in der anderen. - Glüer: das Mentale soll kein bloßes Epiphänomen des Physischen sein - alle mentalen Ereignisse sind physisch, aber nicht umgekehrt. -
(S1) Es kann keine zwei Ereignisse geben, die in allen physischen Aspekten gleich sind, aber sich in einem mentalen Aspekt unterscheiden - oder:
(S2) ein Gegenstand kann sich nicht in einem mentalen Aspekt ändern, ohne sich zugleich in einem physikalischen Aspekt zu ändern - Problem: Individuation der Gegenstände - Davidson: Überzeugungen sind nicht supervenient in Relation zu neuronalen Zuständen, weil sie teilweise externalistisch, in Bezug auf Objekte individuiert werden - Bsp ZE: Gehirnzustände identisch/mentale Zustände verschieden.
II 144
Davidson: weitere Auffassung der Supervenienz: "das heißt nicht, dass mentale Zustände nicht supervenient in Relation zu physischen Zuständen sind, denn irgendwo muß es eine physische Differenz geben, wenn psychologische Zustände verschieden sind." (Hier z.B. Wasser/Zwillingserdenwasser, also externalistisch) - "weltweite Supervenienz".
(S3) Ein Prädikat P ist supervenient in Relation zu einer Menge von Prädikaten S genau dann, wenn P keine Entitäten unterscheidet, die nicht auch durch S unterschieden werden können.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

> Gegenargumente gegen Davidson
> Gegenargumente zu Supervenienz



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.06.2017