Philosophie Lexikon der Argumente

 
Supervenienz, Philosophie des Geistes: Ausdruck für eine eingeschränkte Abhängigkeit zwischen Bereichen. Dabei sind Elemente eines Bereichs B abhängig von Änderungen von Elementen eines Bereichs A, aber nicht umgekehrt. Supervenienz wird von manchen Autoren zur Erklärung des Verhältnisses von mentalen und physischen Prozessen gebraucht. Die Annahme einer Supervenienz dient der Umgehung stärkerer Annahmen wie z.B. der Identitätstheorie. Siehe auch Kovarianz, Abhängigkeit, Identitätstheorie, Materialismus, Reduktionismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 10
Supervenienz/Stalnaker: ist ein begriffliches Werkzeug für die Abtrennung des rein metaphysischen Teils einer reduktionistische These. - Eine Menge von Tatsachen oder Eigenschaften superveniert auf einer anderen, wenn mögliche Welten (MöWe) oder mögliche Individuen, die sich in Bezug auf eine Eigenschaft exakt gleichen, sich notwendig auch in Bezug auf eine andere Eigenschaft gleichen.
I 11
Sie soll semantische von metaphysischen Fragen trennen.
I 87
Supervenienz: a) reduktionistisch - b) nicht-reduktionistisch. - ((s) Aber jedenfalls nicht semantisch. wie eine Spielart des Reduktionismus.)
I 98f
Supervenienz: Ethik: Verhältnis von natürlichen und wertenden Eigenschaft. - Moore: pro diese Unterscheidung. - Stalnaker: wenn Supervenienz natürliche und wertende Eigenschaften unterscheide, ist das keine Reduktion. - Denn sie isoliert nicht die metaphysische Komponente einer Theorie.
I 90
"Supervenienz" wird manchmal statt "Emergenz" gebraucht.
I 91
Def schwache Supervenienz: innerhalb einer möglichen Welt. - starke Supervenienz: innerhalb einer oder in verschiedenen - globale Supervenienz: wenn irgend zwei mögliche Welten, die B-ununterscheidbar sind, auch A-ununterscheidbar sind. - globale Supervenienz: muss verbessert werden. - So ist sie nicht einmal hinreichend für schwache Supervenienz.
I 93
Ununterscheidbar: hier: in Bezug auf eine Abbildungsfunktion von einer möglichen Welt zur anderen.
I 99
Supervenienz: ist kontingent. - Bsp Lewis: Druckbild aus schwarzen Punkten. - Wenn wir einige farbige Punkte hinzufügen, können sich zwei Bilder in den globalen Eigenschaften unterscheiden, ohne sich in der Verteilung der (schwarzen) Punkte zu unterscheiden. - globale Eigenschaft: Bsp Symmetrie: allgemeiner: dieselben globalen Eigenschaften, die beim einfarbigen Druckbild auf der Verteilung von Punkte supervenieren, (Bsp Symmetrie) werden auch angewendet auf andere Dinge als einfarbige Druckbilder, und wegen dieser weitergehenden Anwendungsmöglichkeit, sind sie als globale Eigenschaft (z.B. Symmetrie) nicht durch das Druckbild definierbar.
I 99
Supervenienz: die Eigenschaften, die wir supervenient nennen, sind die abstrakteren.
I 101
SchifferVsSupervenienz: sie ist als metaphysische These mysteriös.
I 103
Humesche Supervenienz/Materialismus: These: Gesetze und Kausalkräfte supervenieren auf Regularitäten. - Humesche Supervenienz: braucht Kriterien für Querwelteinidentität. -
I 104
Supervenienz: These: Tatsachen über momentane Zustände sind alle Tatsachen. - Der Rest ist eine Frage der Redeweise.
I 105
Unendlich/Sprache/stärker/schwächer/Supervenienz/Stalnaker: eine angenommene unendliche Sprache liefert eine zu schwache Supervenienz, denn dann kann man willkürliche Eigenschaften definieren.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

> Gegenargumente gegen Stalnaker
> Gegenargumente zu Supervenienz

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.09.2017