Philosophie Lexikon der Argumente

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Symbol: im weiteren Sinn gleichbedeutend mit Zeichen. Der besondere Gebrauch des Begriffs bei verschiedenen Autoren unterscheidet sich zum Teil erheblich, u. a. in Bezug darauf, welche Rolle Konventionen bei der Herausbildung von Symbolen spielen und ob Symbole ein System bilden. Siehe auch Zeichen, Icon, Konvention, Bedeutung, Referenz, Abbildtheorie, Darstellung, Repräsentation, Stellvertreter.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Immanuel Kant über Symbole – Lexikon der Argumente

Gadamer I 80
Symbol/Kant/Gadamer: Gerade die Unbestimmtheit seiner Bedeutung ist es, die Wort und Begriff des Symbolischen siegreich aufsteigen lässt, als die rationalistische Ästhetik des Aufklärungszeitalters der kritischen Philosophie und der Genieästhetik erlag. >Genie/Kant.
Entscheidend wurde, dass Kant im § 59 der Kritik der Urteilskraft eine logische Analyse des Symbolbegriffs gegeben hat, die gerade diesen Punkt ins hellste Licht setzt. Symbolische Darstellung wird von ihm gegen die schematische abgesetzt. Sie ist Darstellung (und nicht bloße Bezeichnung wie im sogenannten logischen Symbolismus«), nur, dass die symbolische
Darstellung nicht unmittelbar einen Begriff darstellt (wie es in Kants Philosophie der transzendentale Schematismus tut), sondern indirekt, »wodurch der Ausdruck nicht das eigentliche Schema für den Begriff, sondern bloß ein
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Symbol für die Reflexion erhält.“
Gadamer: Kant wird damit der theologischen Wahrheit gerecht, die sich im Gedanken der Analogia entis ihre scholastische Gestalt gegeben hat, und hält von Gott die menschlichen Begriffe fern.
Kant: »Das Schöne ist das Symbol des Sittlich-Guten«: in dieser ebenso vorsichtigen wie prägnanten
Formel vereinigt Kant die Forderung der vollen Reflexionsfreiheit der ästhetischen Urteilskraft mit ihrer humanen Bedeutung — ein Gedanke, der von der größten geschichtlichen Wirkung wurde. Schiller war hier sein Nachfolger.(1) Wenn er die Idee einer ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechts auf die Analogie von Schönheit und Sittlichkeit gründete, die von Kant formuliert worden ist, konnte er einem ausdrücklichen Hinweis Kants folgen: »Der Geschmack macht gleichsam den Übergang vom Sinnenreiz zum habituellen moralischen Interesse ohne einen zu gewaltsamen Sprung möglich.“(2)


1.Schiller sagt etwa in „Anmut und Würde“ dass der schöne Gegenstand einer Idee zum
„Symbol“ diene (Werke ed. Güntter u. Witkowski, 1910ff., Teil 17, S. 322).
2. Kant, Kritik der Urteilskraft3, S. 260.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Kant

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