Philosophie Lexikon der Argumente

 
Synonymie, Philosophie: Bedeutungsgleichheit von sprachlichen Ausdrücken. Die Bedingungen für tatsächliche Gleichheit der Bedeutung sind vielfältig und unterscheiden sich erheblich, abhängig von der Berücksichtigung verschiedener Aspekte wie z.B. regionalen Besonderheiten des Sprachgebrauchs oder unterschiedlicher Größe des in Frage kommenden Gegenstandsbereichs. Siehe auch Intension, Extension, Identität, Externalismus, Opazität, Substitution, Interpretation, Übersetzung, Sprachgebrauch.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 77
Synonymie: selbst bei bevorzugten Gelegenheitssätzen unzulänglich! (Zusatzinformationen nötig) - I 78 Synonymie ist nicht Gleichheit der Reizbedeutung - Wir haben kein Kriterium.
I 92
Reizsynonymie: für jeden Sprecher:"Junggeselle" = "Unverheirateter Mann" - Aber nicht Reizbedeutung!
I 99
Synonymie: für den Experten sind Dinge syn. die es für den Neuling nicht sind. - zwei Termini können auf dasselbe referieren - Gelegenheitssätze verschieden, Dinge dieselben (Vorder- Rückseite einer Münze).
I 103
Synonymie von "Gavagai" und "Kaninchen" hängt von Zustimmung zu Reizen ab, nicht von Synonymie der Termini!
I 126
Reizsynonymie verbessert durch Vergesellschaftung(Zustimmung) - ebenso Reizanalytizität: aber jetzt: "2+2=4" auf gleicher Stufe wie "Es gibt schwarze Hunde"(Zustimmungsfähigkeit).
I 351
Synonymie und Analytizität abgestuft, Identität absolut!
I 358
Synonymie: bei Paraphrase unangebracht!
II 61 ff
Kognitiv Synonymie: verschiedene Zeitpunkte, Individuum > Gemeinschaft > Wortaustauschbarkeit - gleiche Verdikte - nicht bei Übersetzung!
VII 24
Synonymie/Quine: nicht durch (empirisches) Lexikon geliefert - Synonymie muss vor jeder Definition kommen - vielleicht aus Verhalten? - Erklärung beruht immer auf anderen Synonymien.
VII 28ff
Synonymie/Quine: Ersetzbarkeit bewahr nicht vor Vagheit - dennoch: Ersetzen von Synonymen führt von analytischen Sätzen zu logischen Wahrheiten - das führt zur kognitiven Synonymie.
VII 29
Kognitive Synonymie/Quine: Bsp "Junggeselle" und "unverheirateter Mann" seien kognitiv synonym, ist dieselbe Aussage wie (3) "Alle und nur Junggesellen sind verheiratet ist analytisch" ("gdw.", Äquivalenz) - Problem: das setzt Analytizität voraus .- hinreichende Bedingung für kognitive Synonymie: (4) "es ist notwendig, dass alle und nur Junggesellen Junggesellen sind - dann (5) "unverheiratet". einsetzen - dann ist zu sagen, dass (5) wahr, zu sagen, dass (3) analytisch ist - daher Junggeselle und Unverheirateter Mann kognitiv synonym. - (s) Kognitive Synonymie: = Wahrheit der Analytizität. - Singuläre Termini sind kognitiv synonym, wenn die Aussage der Identität, die durch das Gleichheitszeichen "=" zwischen ihnen ausgesagt wird, analytisch ist. - Aussagen sind kognitiv synonym, wenn ihr Bikonditional analytisch ist. - Kognitive Synonymie können wir so Ersetzbarkeit salva analyticitate nennen.
VII 56
Synonymie/Quine: a) innerhalb einer Sprache - b) zwischen Sprachen - für Wörter: meist nur Teil-Synonymie plus Regieanweisungen Bsp "verdorben" für Speisen und Individuen - Ketten müssen lang genug sein für echte Synonymie - scheint vage in ungefährer Gleichheit der Äußerungssituationen zu bestehen - außerdem in Ähnlichkeit der Hörerreaktion.
VII 58
Homonymie/Quine: Bsp Kiefer, Mark - Problem: wenn a mit b synonym ist und b mit c, dann ist auch a synonym mit c, - Wenn nun b zwei Bedeutungen hat, dann kann es in einer Bedeutung mit a in der anderen mit c synonym sein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Q I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Q II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Q III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Q IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Q V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Q VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Q VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Q VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg), München 1982

Q X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Q XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

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> Gegenargumente zu Synonymie

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.09.2017