Philosophie Lexikon der Argumente

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Synthetisches, Philosophie: Etwas, das aus einer Zusammensetzung zuvor getrennter Entitäten entsteht und in der Zusammensetzung neue Qualitäten aufweist. In der philosophischen Diskussion gilt das Analytische gegenüber dem Synthetischen als dasjenige, das strengeren Kriterien genügt indem es keine Qualitäten einführt, die nicht zuvor schon im Untersuchungsgegenstand aufzufinden waren. Siehe auch Analytizität/Synthetizität, Analytisches, Analyse, Emergenz.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Chisholm II M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

II 60
Synthetisch: Existenzsatz/Kant: jedes Existentialurteil ist nach Kant synthetisch. synth. Urteile a priori/Kant: machen bedingte Existenzbehauptung. (> Analogien der Erfahrung) - ChisholmVs.
II 61
Synthetisch a priori/Kant: Bsp der Raum ist dreidimensional. - RiemannVs: dass der Raum dreidimensional ist, ist durch die Riemannsche Geometrie widerlegt.
Synthetisch a priori/Chisholm: hängt davon ab, ob es nicht-analysierte Propositionen der Form Alle S sind P gibt. - Bsp Chisholm: Alles Quadratische ist gestaltbesitzend, alles Rote ist farbig, nichts Rotes ist grün. - Aber das ist nicht eindeutig: es gibt zwei Formen: a) Alle Menschen sind sterblich, b) Alle Menschen sind Nachkommen.
II 62
Chisholm: das ist formgleich mit den analytischen Propositionen. - KantVsChisholm: formverschieden.
II 72
Synthetisch a priori/Chisholm/Sauer: Problem: es gibt kein synthetisch a priori, wenn die Definition von "notwendig" lautet: p drückt eine nicht widerspruchsfrei negierbare Proposition aus. - Falsche Lösung: Notwendigkeit als bloße Inklusion (Erfassen von a schließt Erfassen von b ein) zu wählen, dann folgt ein Widerspruch: es wäre möglich, dass es eine und keine mögliche Welt gäbe, sodass non-p. - Grund: Bsp p drückt eine Inklusion aus, dann ist non-p widersprüchlich.
II 73
Synthetisch a priori/Chisholm/Sauer: Bsp (S) Alles Rote ist farbig: ist keine logische Wahrheit, weil nicht in jeder möglichen Welt rote Gegenstände existieren. - analytisch/Sauer: Problem: das gleiche passiert bei der Analytizität: aus der Tatsache, dass (A) "Alle Quadrate sind Rechtecke" analytisch ist, würde folgen, dass das in jeder möglichen Welt so ist, aber nicht aus dem einfachen Satz "Alle Quadrate sind Rechtecke". - ((s) Denn es gibt möglichen Welten ohne Quadrate.) - Vs: s.u.
II 74
Wenn "Alle Quadrate sind rechteckig" wahr ist, dann existiert die Eigenschaft des Quadratischseins.
II 76
Die Lehre vom synthetischen Apriori bei Kant ist VsEmpirismus. - Die Lehre vom analytischen Apriori ist VsRationalismus: allein durch konsistentes Denken zur Erkenntnis von Gegenständen zu kommen. - ((s) daraus folgt keine Existenz.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.10.2017