Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

 
Terminologien: Hier werden Besonderheiten des Sprachgebrauchs der einzelnen Autoren erklärt.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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III

Ableben: Uneigentliche Form des Todes (Furcht vor dem Ableben, Angst vor Tod)

Alltäglichkeit: (Durchschnittlichkeit) Ausgangspunkt für alle Untersuchungen (vom Ontischen zum Ontologischen)

Angst: Angst vor In der Welt Sein - Angst um In der Welt Sein (führt zum eigentlichen in der Welt sein können) - das »Wovor« der Angst ist »nichts und nirgends« aber immer »schon da«

Ausstand: z. B. Schulden. Tod steht nicht aus, sondern ist immer schon da (faktisch)

Besorgen: Alltäglicher Umgang mit Zeuge (Umsicht) aber auch »Sein des Daseins zur Welt«

Bestand: Nicht Substantialität einer Substanz, sondern Selbständigkeit des existierenden Selbst

Bewandtnis: Seinscharakter des Zuhandenen, Verweisung, Dienlichkeit, Verwendbarkeit, ontologische Bestimmung des Seins - des innerweltlich Seienden

cogito sum: nicht »ich denke« sondern »ich denke etwas«

Dasein: Sein des Menschen

Die Anderen: nicht: »der Rest der übrigen« sondern die, von denen man sich zumeist nicht unterscheidet

Ekstasen der Zeitlichkeit: Zukunft; Gewesenheit; Gegenwart (»außer sich«, »an und für sich selbst« »auf zu« »zurück auf« »Begegnenlassen von«)

Ende: Ende des Daseins nicht »Reife«; auch nicht »Vollenden«

Entdecktheit: bezieht sich nicht auf Daseinsmäßiges

Entschlossenheit: Ganzheit des Daseins: angstbereites sich entwerfen auf die eigens der Schuldigkeit (nicht Handeln!) - Sich Angst zumutendes nichtiges Grundsein einer Nichtigkeit

Erschlossenheit : befindliches Verstehen

Evidenz: erschließt nicht

Existenzial: Die Strukturen des Seins betreffend

Existenzialien: (statt Kategorien) das Dasein betreffend

Existenziell: Das Sein betreffend

Faktisch: Immer schon so und so entschieden

Faktizität: Tatsächlich in der Welt, innerweltlich - Geschick (dazu gehören Verschlossenheit und Verdecktheit) »schon sein bei«

Furcht: (Modus der Befindlichkeit) Herannahen innerhalb der Nähe (Furcht vor Alltäglichem, z. B. Gefahr) - vor innerweltlichen Seiendem

Fürsorge: Seinscharakter des Mitseins Rücksicht, Nachsicht

Geburt: existential ist die Geburt nicht vergangen und der Tod kein Ausstand

Gerede: Absonderungen des Man

Geschichtlichkeit: (eigentliche) »Wiederkehr des möglichen« Historie liefert keinen Maßstäbe für Wahrheit

Gewaltsamkeit: Eroberung des Seins gegen Verdeckungstendenz

Gewärtigen: uneigentliche Form der Zukunft (besorgen) ermöglicht die Erwartung

Gewesenheit: solange Dasein existiert, ist es nie vergangen, aber immer schon gewesen

Gewissen: Erzeugung des eigensten Seinkönnens (Erschlossenheit) »Gutes Gewissen« ist gar kein Gewissensphänomen

Gewissenhabenwollen: existentielles Wählen einer Wahl Entschlossenheit - sich selbst wählen; Übernahme der Gewissenlosigkeit

Gewissheit: resultiert aus dem Vorlaufen der Evidenz aus Vorhandenem überlegen

Geworfenheit: Tatsache, dass wir uns die Existenz nicht selbst gewählt haben. Geworfenheit des Seins
in sein »Da«: »dass es ist« (ohne woher und wohin)

Geworfenheit: Tatsache, dass wir uns die Existenz nicht selbst gewählt haben

Grund: Boden der bereiteten Möglichkeiten, aus dem man wählen muss

Jemeinigkeit: »ich bin«, »du bist« Bedingung der Seinsmodi - eigentlich/uneigentlich, Unmöglichkeit der Vertretung im Tod

Kategorien: nur auf Vorhandenes anwendbar

»Man«: »Subjekt« der Alltäglichkeit, Daseinsweise der Alltäglichkeit (Existential)

Metaphysik - HeideggerVsMetaphysik: es gibt grundsätzlich kein »Dahinter«

Mitdasein: Dasein wesenhaft Mitdasein

Mitsein: existential ontologische Bestimmung des Mitdaseins (Dasein umwillen Anderer)

Möglichkeit: steht höher als Wirklichkeit

Neugier: Entspringen der Gegenwart (uneigentliche) Form der Zeitigung

Nicht: Existentialer Sinn der Geworfenheit

Nichtigkeit: nicht auch wählen können (Entwurf, Geworfenheit) - nicht Mangel; gehört zur Möglichkeit eigensten Seinkönnens

Ontisch: Frageweise der positiven Wissenschaften, die Existenz betreffend

Ontologisch: Frage nach dem Sein es seien den (ursprünglicher) das Existenz Verständnis betreffend

Ruf (Gewissensruf): Anruf des Daseins auf sein eigenstes Selbstseinkönnen. Aufruf zum eigenen Schuldigsein (Modus der Rede) sagt nichts aus. »Es ruft«

Schicksal: das in der Entschlossenheit liegende fortlaufende Sichüberliefern an den Augenblick

Schuldig: Grund-sein einer Nichtigkeit (Seinsart des Daseins) ursprünglich erst Verschuldung im alltäglichen; das Sein soll sich aus der Verlorenheit zurückholen

Selbstheit: Weise zu existieren, nicht vorhandenes Seiendes
Selbstsein: Modifikation des Man

Seyn: Schreibweise im Spätwerk, Vs traditionelle Ontologie

Situation: Das je in der Entschlossenheit erschlossene Da. (Eigentlich) - (Entschlossenheit bringt das Sein in die Situation)

Sorge: Beweisweise des Daseins (Sinn)/ sich vorgenommen sein des Daseins zum Sein können, dass es ist. Bedingung der Möglichkeit des Freiseins

Sterben: Dasein stirbt, solange es existiert in der Seinsweise des Verfallens

Stimmung: Zurückbringen auf

Subjekt/Objekt: bei Heidegger höchstens als Hilfsbegriffe verwendet (statt dessen Dasein und Vorhandensein)

Substanz: Existenz ist die Substanz des Menschen

Substanzialität: Seinscharakter der Naturdinge

Tod: Eigenste, unbezüglichste, unüberholbare Möglichkeit - Eine Weise zu sein, die das Dasein übernimmt, als äußerstes Noch nicht immer schon einbezogen

Uneigentlich: (Seinsmodus) Verfallenheit, »Unbewusstes« (kein benutzter Begriff) - Alltägliches Dasein (besorgend statt sorgend) Geschäftigkeit, Genussfähigkeit (nicht wertend)

Verenden: Tiere verenden, sie sterben nicht

Verfallenheit: Zustand des Daseins in der Alltäglichkeit (z. B. dem Gerede glaubend)

Verschlossenheit: Geworfenheit, vor die das Dasein eigentlich gebracht werden kann, bleibt verschlossen kein Nichtwissen, sondern sie konstituiert die Faktizität des Daseins

Vertretbarkeit: Seinsmöglichkeit des Miteinanderseins, geht nicht im Falle des Todes

Vorhandensein: alles andere Sein

Vorlaufen: Ermöglichen der Möglichkeit (Möglichkeit der eigentlichen Existenz)

Wahrheit: Nichtübereinstimmung, sondern Hervortreten des Verborgenen (Aleithia, Apophansis)

»Welt«: ontologisch: Charakter des Daseins selbst - ontologisch: das All des Seienden das innerhalb der Welt - vorhanden sein kann

Welt: ontisch: »worin« man lebt (öffentlich und privat)

Werden: z. B. Reifen einer Frucht

Wiederholung: eigentliches Gewesensein (uneigentliches Vergessen)

Zeitigung: kein Nacheinander der Ekstasen; Zukunft nicht später als Gewesenheit, diese nicht früher als Gegenwart
Zeitlichkeit: Ursprünglich ontologischer Grund der Existenzialität des Daseins

Zirkel: Grundstruktur der Sorge; Zuvor Seiendes in seinem Sein bestimmen müssen und auf diesem Grund die Frage nach dem Sein erst stellen. (Heidegger verwehrt sich gegen den Vorwurf des circulus vitiosus)

Zuhandensein: Zeug (was im Besorgen begegnet)

Zukunft: eigentlich endlich (gewisse Priorität gegenüber Gegenwart und Gewesenheit) auf sich zu


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Berlin 2006

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.12.2017