Philosophie Lexikon der Argumente

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Theorien: Theorien sind Aussagensysteme zur Erklärung von Beobachtungen z.B. von Verhalten oder physikalischen, chemischen oder biologischen Prozessen. Beim Aufstellen von Theorien werden ein Gegenstandsbereich, ein Vokabular der zu verwendenden Begriffe und zulässige Methoden der Beobachtung festgelegt. Ziel der Theoriebildung ist außer Erklärungen Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit von Beobachtungen. Siehe auch Systeme, Modelle. Experimente, Beobachtung, Beobachtungssprache, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Voraussagen, Analogien, Vergleiche, Beweise, Verifikation, Reduktion, Definitionen, Definierbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 3
Theorie/Wissenschaft/Fraassen: versucht auch eine Erklärung von unbeobachtbaren Prozessen zu finden, die das Beobachtbare erklärt und auch bloß mögliche Prozesse.
I 4
Theorie/Fraassen: muss die "Phänomene bewahren" d.h. korrekt beschreiben. - Dann "Akzeptieren der Theorie" = glauben, dass sie wahr ist.
I 43f
Theorie/Semantik/Syntax/Fraassen: Theorien sollte man besser semantisch (z.B. über Modelle) bewerten statt syntaktisch.
I 44
Syntaktische Bewertung von Theorien: nimmt die Theorie als Korpus von Theoremen. - Es wird keine bestimmte Sprache für diese Theorie angenommen. - Semantisch: Klasse von Strukturen oder Modellen. - Sprache ist hier nicht grundlegend! - ((s) Sind dann isomorphe Theorien semantisch identisch?) - Fraassen: in anderer Sprache haben die Theorien aber andere Begrenzungen. - Es geht um Modelle, nicht um die Sprache. - Bsp Bohrsches Atommodell referiert nicht auf eine einzelne Struktur, sondern auf einen Struktur-Typ. - Bsp Wasserstoff- und Helium-Atome usw. (Klasse von Strukturen, Modell-Typen).
I 48
Theorie/Fraassen: verschiedene Theorien müssen verschiedene empirische Bedeutung (empirical import) haben. - Pointe: auch falsche Theorien können empirisch adäquat sein.
I 49
Maxwell/Hertz: Maxwells Theorie besteht in seinen Gleichungen. - D.h. sie ist keine mechanische Theorie, aber sie hat mechanische Modelle - Pointe: die elektromagnetischen Kräfte hängen von Geschwindigkeiten ab, nicht mehr nur von Beschleunigung.
I 59
Theorie/Unbeobachtbares/Fraassen: eine physikalische Theorie kann nicht ohne Rest in ein Korpus von Sätzen übersetzt werden, das nur beobachtbare Phänomene konstatiert. - Sie muss immer Unbeobachtbares berücksichtigen.
I 67
Theorie/Fraassen: zwei Lager: 1. Tarski-Suppes: mengentheoretisch, extensionalistisch (FraassenVs) - 2. Weyl-Evert-Beth: Zustandsraum, modaler Ansatz (Fraassen pro) - Beide sind zunächst sprachabhängig konzipiert, später VsSprachabhängigkeit).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.11.2017