Philosophie Lexikon der Argumente

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Theorien: Theorien sind Aussagensysteme zur Erklärung von Beobachtungen z.B. von Verhalten oder physikalischen, chemischen oder biologischen Prozessen. Beim Aufstellen von Theorien werden ein Gegenstandsbereich, ein Vokabular der zu verwendenden Begriffe und zulässige Methoden der Beobachtung festgelegt. Ziel der Theoriebildung ist außer Erklärungen Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit von Beobachtungen. Siehe auch Systeme, Modelle. Experimente, Beobachtung, Beobachtungssprache, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Voraussagen, Analogien, Vergleiche, Beweise, Verifikation, Reduktion, Definitionen, Definierbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II 121
Inegalitäre Theorie/ig. Th./Nozick: eine inegalitäre Theorie nimmt an, dass ein Zustand privilegiert ist als "natürlicher". - Dieser braucht dann keine Erklärung und lässt auch keine zu! - Andere Situationen sind dann Abweichungen, die erklärt werden müssen. - Bsp für Newton war Ruhe oder Gleichförmigkeit der Bewegung der natürliche Zustand. - Für Aristoteles: Ruhe. - Die inegalitäre Theorie beantwortet nicht,
1. Warum dieser Zustand der natürliche ist
2. Nicht, warum gerade diese Kräfte für Abweichung sorgen sollen.
Etwas als natürlichen Zustand anzunehmen heißt auch, ihm einen bestimmten Inhalt zuzuschreiben.
II 122
R. Harris: die These, dass etwas gleich bleibt, braucht nicht erklärt zu werden. - NozickVs: wir müssen aber erklären, warum ein Ding für die Zwecke dieses Prinzips als dasselbe zählt und in anderem Zusammenhang nicht. - Existenz: die Frage nach ihr ist typisch inegalitär. - Pointe: dabei gehen wir vom Nichts als natürlichem Zustand aus.
II 126
1. Wir wissen nicht, was der natürliche Zustand ist - 2. Wir wissen nicht, ob es einen fundamentalen natürlichen Zustand überhaupt gibt. d.h. ob die korrekte fundamentale Theorie inegalitär ist. - Jede inegalitäre Theorie lässt eine nackte Tatsache als unerklärbar zurück, einen "natürlichen Zustand".
II 127
Egalitäre Theorie/Nozick: muss viel mehr mögliche Zustände als gleich erklärungsbedürftig betrachten. - Sie stellt aber nicht mehr die Frage "Warum X statt Y?" - Sondern immer "Warum X?".
II 127
Egalitäre Theorie/Existenz/Nichts/Nozick: "Prinzip der Indifferenz" (aus der Wahrscheinlichkeitstheorie). - Für sie gibt es viele Weisen, wie etwas sein könnte, aber nur eine Möglichkeit, wie nichts existiert. - Pointe: dann ist die Chance dafür, dass irgendetwas existiert viel größer als dafür, das nichts existiert. - Vs: man muss eine zweckmäßige Einteilung in Zustände vornehmen, die als gleichwahrscheinlich behandelt werden sollen. - Viele Weisen wie etwas existiert können als eine zusammengefasst werden. - Extremfall: nur zwei Weisen: etwas existiert oder existiert nicht.
II 128
Unter der schlechtesten Annahme, wenn wir eine Zweiteilung annehmen, gibt es eine 50 %-Chance, dass etwas existiert. - Weil alle anderen Aufteilungen dann mindestens Dreiteilungen sein müssen, steigt die Chance, dass etwas existiert, dann bei der nächsten Alternative schon auf zwei Drittel. - Am Ende fast 1. - Problem: die Wahrscheinlichkeits-Theorie geht immer noch von der Nichtexistenz als natürlichem Zustand aus - Weil sie annimmt, dass wenn etwas existiert, dann zufällig - Der natürliche Zustand für eine Möglichkeit ist die Nichtrealisierung. - Lösung: > Reichhaltigkeit.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

No I
R. Nozick
Philosophical Explanations Oxford 1981

No II
R., Nozick
The Nature of Rationality 1994

> Gegenargumente gegen Nozick
> Gegenargumente zu Theorien



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.07.2017