Philosophie Lexikon der Argumente

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Theorien: Theorien sind Aussagensysteme zur Erklärung von Beobachtungen z.B. von Verhalten oder physikalischen, chemischen oder biologischen Prozessen. Beim Aufstellen von Theorien werden ein Gegenstandsbereich, ein Vokabular der zu verwendenden Begriffe und zulässige Methoden der Beobachtung festgelegt. Ziel der Theoriebildung ist außer Erklärungen Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit von Beobachtungen. Siehe auch Systeme, Modelle. Experimente, Beobachtung, Beobachtungssprache, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Voraussagen, Analogien, Vergleiche, Beweise, Verifikation, Reduktion, Definitionen, Definierbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I XXII/XXIII
Theorie/SellarsVsQuine: die Datenbasis selbst ist schon Bestandteil der Theorie. Sinneseindrücke bzw. Sinnesreizungen sind wir Sellars quasi-theoretische Entitäten einer Alltagstheorie von Wahrnehmung.
I XLIII
Theorie/Sprache: die Sprache des naturwissenschaftlichen Weltbildes muss die grundlegenden Strukturen des alltäglichen Weltbildes bewahren. Zum Beispiel sind Farben homogene Eigenschaften. (Nach dem naturwissenschaftlichen Bild aber nicht).
So führt Sellars später den Begriff der Sensa ein, die nur in empfindenden Organismen vorkommen. Wo der Alltagsmensch etwas Blaues empfindet, tritt auf der Seite der Naturwissenschaften das Sensum auf den Plan. Sensa selbst sind nicht farbig, genauso wenig wie das die Zustände des Empfindens sind. Farbig sind allein die Gegenstände der Alltagswelt. Auch nicht die physikalischen Gegenstände! Denn sonst müsste man eine farbige Oberfläche isolieren und nach ihrer Dicke fragen, was zu Widersprüchen führt.
I 74
Verdinglichung der methodologischen Unterscheidung von theoretischem und nicht- theoretischem Diskurs, falsche substantielle Unterscheidung von theoretischer und nicht-theoretischer Existenz.
I 85f
Theorie/Tradition: These eine Theorie erklärt Gesetze, indem sie theoretische Entsprechungen dieser Gesetze aus einer kleinen Menge von Postulaten über unbeobachtete Entitäten ableitet.
SellarsVsTradition: die Annahmen einer Theorie werden nicht durch einen uninterpretierten Kalkül gebildet, sondern durch ein Modell. - ((s) Uninterpretiert: weil durch Unbeobachtbares gestützt.)
Def Modell/Sellars: die Beschreibung eines Bereichs bekannter Gegenstände, die sich auf gewohnte Weise verhalten. - Ein Modell bekommt einen Kommentar. - Dieser schränkt Analogien ein. - Sellars: kontinuierlicher Übergang zur Alltagswelt.
I 87
SellarsVs logistisches Bild der Theorienbildung: die meisten Erklärungen sind nicht fertig dem Haupt der Theoretiker entsprungen. Zwischen Wissenschaft und Alltag herrscht ein kontinuierlicher Übergang. Die Unterscheidung von Theoriesprache und Beobachtungssprache gehört zur Logik der Begriffe von inneren Episoden.
I 100
Bei den von der Theorie eingeführten Entitäten handelt es sich um Zustände des wahrnehmenden Subjekts, nicht etwa um eine Klasse von Einzelgegenständen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Sell I
W. Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.11.2017