Philosophie Lexikon der Argumente

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Überzeugungen, Philosophie: Eine Überzeugung ist eine meist in einem Satz formulierbare Einstellung einer denkenden Person, wobei die Person in der Lage sein muss, den Satz in eine Menge von weiteren Sätzen zu integrieren. Eine weitere Bedingung ist, dass die Trägerin von Überzeugungen in der Lage ist, die entsprechenden Sätze umzuformulieren und zu negieren, also ihren Sinn zu erfassen. Siehe auch Privatsprache, Bedeutungen, Glauben, Bedeutungsholismus, Sinn, Religiöser Glaube.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
Glüer II 44
Def Überzeugung/Davidson: ein für wahr gehaltener Satz plus Interpretation.
Überzeugung/Davidson/McDowell: wir können nicht aus unseren Überzeugungen heraus.
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Rorty VI 36
Davidson/Rorty: die meisten unserer Überzeugungen müssen wahr sein. Aber nicht Kongruenz Subjekt/Objekt, sondern: das von der Wahrheit gebildete Muster ist das gleiche wie das von der nach unserer Meinung rechtfertigenden Begründung gebildete Muster.
Rorty VI 166
Gehirne im Tank/Davidson/Rorty: wenn sie immer schon im Tank waren, haben sie eine Menge Überzeugungen bezüglich ihrer faktischen Tank-plus-Computer-Umwelt, einerlei was für Input sie empfangen.
Rorty VI 187
Davidson/Rorty: Die meisten unserer Überzeugungen müssen wahr sein. Überzeugungen sind nicht mehr oder weniger genaue Repräsentationen, sondern sie sind Zustände, die Menschen zum Zweck der Erklärung ihres Verhaltens zugeschrieben werden!
Rorty VI 205
Davidson/Sellars: Vermeidung der Verwechslung von Rechtfertigung und Ursache führt zur These: Überzeugungen können nur durch Überzeugungen begründet werden. (McDowellVs).
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Dav I 25
Überzeugung/Davidson: nicht sprachabhängig - DavidsonVsRussell: die zur Identifikation einer Überzeugung benutzten Gegenstände müssen nicht zum Wissensbereich des Glaubenden gehören.
Dav I 68
Überzeugung/Täuschung/Irrtum/Davidson: jede ist für Identifizierung darauf angewiesen, dass im Hintergrund weitere Überzeugungen bestehen. - Der Begriff des Stuhls oder der Maus kann nicht unabhängig von seinem Vorkommen in verschiedenen Überzeugungen ein und derselbe bleiben. - Man kann Überzeugungen über Guanakos aus Büchern haben und richtig zustimmen, wenn man eins sieht. - Aber: trotz des Wissens, das G. kein Lama ist, könnte er bei jedem Lama "Guanako" äußern.- - In beiden Fällen wird der Inhalt nicht durch den Anblick von Guanakos bestimmt, sondern dadurch, dass man sich andere Begriffe wie "Tier" "Lama", "Kamel", "Haustier" usw. angeeignet hat.
K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
Glüer II 127
Überzeugung/Irrtum/Täuschung/Davidson: Überzeugungen haben keine Objekte, die mit der Wirklichkeit übereinstimmen könnten (Repräsentationen) sondern Ursachen. - Diese sind öffentlich (intersubjektiv) zugängliche Objekte - ((s) die Bedeutungen, die in Überzeugungen eine Rolle spielen, werden über die öffentlichen Objekte individuiert (über Ursachen)).
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Frank I 649
Üerzeugungen/Davidson: können nicht alle falsch sein: ein Sprecher, der verstanden werden will, achtet darauf, interpretierbar zu sein. - Der Interpret hat auch kein anderes Material als die Laute, die der Sprecher im Zusammenhang mit weiteren Ereignissen von sich gibt
Frank I 680
Überzeugungen/Davidson: nicht alle Überzeugungen können falsch sein, weil der Gebrauch unserer Worte (Bezug auf die Objekte) den Worten ihre regelmäßige Bedeutung verleiht. - > Gebrauchstheorie.
Perler/Wild I 107
Überzeugung/Davidson: die meisten müssen korrekt sein: Grund: die Überzeugungen werden durch ihren Platz im System der Überzeugungen identifiziert. - Es muß endlos viele wahre Überzeugungen hinsichtlich dieses Gegenstandsbereichs geben. - Falsche Überzeugungen haben die Tendenz, die Identifikation des Gegenstandsbereichs zu untergraben. - Damit untergraben sie die Gültigkeit der Beschreibung einer Überzeugung als einer, die von ihrem Gegenstandsbereich handelt. - So untergraben falsche Überzeugungen ihrerseits die Behauptung, dass eine verknüpfte Überzeugung falsch ist.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

D II
K. Glüer
D. Davidson Zur Einführung Hamburg 1993

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 18.11.2017