Philosophie Lexikon der Argumente

 
Unmögliche Welt: Mögliche Welten werden durch kontrafaktische Beschreibungen, die Angabe von Bedingungen für die Existenz von Gegenständen oder Gesetzmäßigkeiten oder eine Auflistung von instanziierten Eigenschaften bestimmt. Die Existenz einer unmöglichen Welt ist schon durch den Begriff ausgeschlossen. Allerdings kann eine unmögliche Welt z.B. dadurch charakterisiert werden, dass in ihr alle Sätze wahr sind. Dann gilt für einen beliebigen Satz A A ist wahr und Nicht-A ist wahr. Für jeden Gegenstand und jede Eigenschaft wird damit die Existenz ausgeschlossen. Siehe auch Mögliche Welten, Modallogik, Notwendigkeit, Möglichkeit, Semantik möglicher Welten.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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IV 21
Unmögliche Welt/UnMöWe/LewisVs: gibt es nicht. - Problem: die unmöglichen Dinge in ihr zu beschreiben. - 1. konsistente Wahrheiten über sie. - 2. falsche Kontradiktionen über sie. - a) Wahrheit über Schweine, die fliegen können und nicht können. - b) kontradiktorische Falschheit, dass sie dort fliegen können, obwohl es nicht so ist, dass sie dort fliegen können. - Lewis: eine solche Unterscheidung kann nicht getroffen werden. - VsLewis: allenfalls könnte man etwas wie "Wahrheit in der Fiktion" anführen. - LewisVs: das bringt aber nichts.
V 15
Unmögliche Welt/unMöWe/Lewis: wenn wir unter den ähnlichen möglichen Welten keine ähnlichste finden - (Bsp 7 Fuß + e für kleiner werdendes e findet keine Grenze). - Dann können wir immer noch unMöWe annehmen - S sei jede maximale Menge von Sätzen, sodass, für jede endliche Konjunktion C von Sätzen in S A wä>>kö C gilt in i - S ist dann eine vollständige Beschreibung einer - möglichen oder unmöglichen - Möglichkeit, wie die Tatsachen sein könnten wenn A der Fall wäre (gesehen vom Standpunkt von i) - dann müssen wir eine unmögliche Welt postulieren, wo alle Sätze aus S gelten - sie sollte allein von i aus zugänglich (!) sein - sie sollte näher an i sein als jede mögliche Welt - Pointe: aber nicht näher an i als irgendeine mögliche Welt, die ihrerseits näher ist als alle möglichen A-Welten - Unmögliche Welt: hier sind Zugänglichkeit und vergleichbare Ähnlichkeit undefiniert. - die Grenzannahme ist offensichtlich erfüllt. - Die Sätze in einer unmöglichen Welt können inkompatibel sein. - Aber man kann keinen Widerspruch aus ihnen ableiten - denn es kann widerspruchsfreie Teilmengen geben. - Bsp ich bin mehr als 7 Fuß groß - unsere Grenzwelten werden unMöWe sein, wo A wahr ist, aber in denen ..7,1 Fuß.. ..7,01,..7,001 usw. falsch ist. - Pointe: das ist nicht dasselbe wie die mögliche Welt, wo ich infinitesimal mehr als 7 Fuß groß bin: denn es gibt solche Welten, wo physikalische Größen Nicht-Standard -Werte die ihrerseits infinitesimal von natürlichen Zahlen abweichen, annehmen können - Zahlen/Messen/Physik: Bsp physikalische Größen nehmen niemals Nicht-Standard-Werte an. -
V 16
Das ist falsch in jeder möglichen Welt wo ich infinitesimal größer als 7 Fuß bin, aber wahr in den unmöglich-nächsten A-Welten. - LewisVs: es ist schlimm, so etwas anzunehmen, aber man kann es reduzieren auf unproblematischere Mengen von Propositionen oder Sätzen. - V 18 unmögliche Grenzwelten: hier werden unmögliche, aber konsistente unendliche Kombinationen von möglichen wahren Sätzen wahr.
V 15
Unmögliche Welt/Lewis: wird angenommen, wenn infinitesimale Annäherung keine definitiv letzte ähnlichste mögliche Welt liefert. - Vs: statt unmöglichen Welten sollten wir Mengen von Propositionen oder nur Sätzen annehmen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis
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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.09.2017