Philosophie Lexikon der Argumente

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Ursachen: Ob etwas eine physische Ursache von etwas ist, hängt ab von der Getrenntheit zweier Gegenstände oder Prozesse, die als Ursache und Wirkung identifiziert werden sollen sowie der Übertragung von Energie. Ob dieses Verhältnis zustande kommt, ist demnach kontingent. Sprachlich betrachtet ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung dagegen ein notwendiges Verhältnis, da der Begriff Ursache nur auf etwas angewendet wird, das eine Wirkung hat. Siehe auch de re, de dicto, Notwendigkeit, Kontingenz, Kausalität, Wirkung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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V 159
Ursache/Lewis: heutzutage: Ursache kann nur ein unverzichtbarer Teil von etwas sein. - Niemals ein Ganzes. - Eine Mengen von Gesetzes-Propositionen und eine mengen von Tatsachen-Propositionen müssen zusammen implizieren C > E. - Wobei E die Proposition ist, dass e existiert und C, dass c existiert. - ((s) Diese sind allgemeine Aussagen.)
V 167
Ursache/Lewis: ein Ereignis ist Ursache eines anderen, wenn eine Kausalkette existiert, die vom einen zum anderen führt. - Kausalkette: erhalten wir, wenn wir kausale Abhängigkeit (die eigentlich nicht transitiv ist) transitiv machen.
V 191f
Ursache/Unterlassung/Lewis: Unterlassen kann eine Ursache sein. - Dafür brauchen wir eine andere Art von kontrafaktischen Konditionalen. Auch Schlaf ist dann ein Ereignis. - Unterschied: a) ein Ereignis als nicht gegeben anzunehmen - b) es qua Unterlassung wegzudenken.
V 201f
Verhinderung/Ursache/Lewis: Problem: wie kann eine frühe Verhinderung eine Ursache sein? - (Für das Ausbleiben) - Lösung: Zwischenereignis zwischen zu früh und zu spät. - So unterscheiden wir die echte Ursache von der verhinderten Alternative - späte Verhinderung: ist schwieriger. - Die Verhinderung muss nach der letzten Alternative kommen. - Lewis: das ist nicht die Weise, wie wir mögliche Welten sehen. - Besser: common sense.
V 326
Backtracking: Bsp von verschiedenen Wirkungen auf verschiedene Ursachen schließen.
Schw I 139
Ursache/Verursachung/Armstrong: Abwesenheit ist keine echte Ursache.
LewisVsArmstrong: sie ist doch eine Ursache, bloß so alltäglich, dass sie ignoriert wird. - Problem: in Vakuum dann unzählige Abwesenheiten.
I 140
Lösung/Lewis: Abwesenheiten sind überhaupt nichts, da gibt es nichts - Problem: wenn Abwesenheit bloß leere Raumzeit-Region, warum gäbe es dann ohne sie gerade Sauerstoff und nicht Stickstoff? - > Lösung/Lewis: "Einfluss", leichte Erhöhung der Wahrscheinlichkeit.
I 141
Kontrafaktische Abhängigkeit gibt es auch zwischen dem Wie, Wann und Wo des Geschehens.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis
> Gegenargumente zu Ursachen



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.07.2017