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Verallgemeinerung: Eine Verallgemeinerung ist die Ausdehnung einer Aussage (einer Zuschreibung von Eigenschaften) die auf einen Bereich D von Gegenständen zutrifft, auf einen Gegenstandsbereich E, der größer als D ist und D enthält. Zum Gegenstandsbereich können in diesem Fall auch Zeitpunkte gehören. Eine Eigenschaft, die voll auf die Gegenstände eines Gegenstandsbereichs zutrifft, kann partiell auf die Gegenstände eines größeren Bereichs zutreffen. Siehe auch Gültigkeit, Allgemeingültigkeit, Allgemeines, Prädikation, Methoden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Jürgen Habermas über Verallgemeinerung – Lexikon der Argumente

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Verallgemeinerung/Wertgeneralisierung/Habermas: der Trend zur Wertgeneralisierung (Siehe Verallgemeinerung/Parsons) löst auf der Ebene der Interaktion zwei gegenläufige Tendenzen aus. A. Je weiter Motiv- und Wertgeneralisierung fortschreiben, umso mehr löst sich das kommunikative Handeln von konkreten und überlieferten normativen Verhaltensmustern. Mit dieser Entkoppelung geht die Bürde sozialer Integration immer stärker von einem religiös verankerten Konsens auf die sprachlichen Konsensbildungsprozesse über. Das lässt die allgemeinen Strukturen verständigungsorientierten Handelns
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immer stärker hervortreten. So ist Wertgeneralisierung eine notwendige Bedingung für die Freisetzung des im kommunikativen Handeln angelegten Rationalitätspotentials. B. Die Freisetzung kommunikativen Handelns von partikularen Wertorientierungen bedeutet zugleich die Trennung von erfolgs- und verständigungsorientiertem Handeln. Es entsteht der Spielraum für Subsysteme zweckrationalen Handelns. Das entmoralisierte Zwangsrecht erzwingt einen Legitimationsaufschub, der die Steuerung sozialen Handelns über Medien (Siehe Kommunikationsmedien/Habermas) ermöglicht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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