Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
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Mode/Gadamer: Ein Phänomen, das mit dem Geschmack aufs engste verknüpft ist, ist die Mode. Hier wird das Moment der gesellschaftlichen Verallgemeinerung, das der Begriff des Geschmacks enthält, zu einer bestimmenden Wirklichkeit. Eben durch die Abhebung gegen die Mode wird aber deutlich, daß die Verallgemeinerung, die dem Geschmack zukommt, auf ganz anderem Grunde ruht und nicht nur empirische Allgemeinheit meint. (Das ist der für Kant wesentliche Punkt. >Geschmack/Kant)
Im Begriff der Mode liegt schon sprachlich, daß es sich dabei um ein veränderungsfähiges Wie (modus) innerhalb eines bleibenden Ganzen des geselligen Verhaltens handelt. Was bloße Modesache ist, das enthält an sich keine andere Norm als die durch das Tun aller gesetzte. Die
Mode regelt nach ihrem Belieben nur solche Dinge, die ebenso gut so wie auch anders sein können. Für sie ist in der Tat die empirische Allgemeinheit, die Rücksicht auf die Anderen, das Vergleichen, mithin das Sichversetzen in einen allgemeinen Gesichtspunkt konstitutiv. Insofern schafft die Mode eine gesellschaftliche Abhängigkeit, der man Sich schlecht entziehen kann.
Mode/Kant/Gadamer: Kant hat ganz recht, wenn er es besser findet, ein Narr in der Mode als gegen die
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Mode zu sein.(1)
Geschmack/Gadamer: ist dagegen als ein gestiges Unterscheidungsvermögen zu bestimmen. >Geschmack/Gadamer, >Geschmack/Kant.


1. Kant, Kritik der Urteilskraft, § 71, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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