Philosophie Lexikon der Argumente

 
Verstehen Philosophie: Beim Verstehen von Zeichen und Wörtern spielt sowohl eine Rolle, ob man einen Gegenstand mit dem Wort oder Zeichen in Verbindung bringen kann, als auch, ob man das Zeichen oder Wort durch ein anderes ersetzen kann. Zum Verstehen ganzer Sätze muss noch das Überschauen der Verwendungssituation hinzukommen. Umstritten ist, ob die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen die Bedeutung des Satzes liefert, also das Wissen darüber, was der Fall sein müsste, wenn der Satz wahr wäre. Wenn das richtig ist, braucht man nicht zu wissen, ob der Satz wahr ist. (Vgl. M. Dummett, Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992, S. 20). Siehe auch Ersetzbarkeit, Substitution, Wahrheitsbedingungen, Wissen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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EMD II 182
Verstehen/Kompositionalität/Peacocke: Bsp Ein einzelner russischer Satz ist übersetzt worden, sodass wir wissen, "was Breschniev gesagt hat". - Damit verstehen wir den Satz nicht, weil wir die russischen Wörter, die wir vielleicht nicht eins-zu-eins zuordnen könnten, nicht verwenden könnten, um selber russische Sätze zu bilden - Kenntnis dessen, was gesagt wurde, reicht nicht. - Kompositionalität: für Konjunktionen von Sätzen nehmen wir an, dass wenn A & B geäußert werden, der Sprecher glaubt, dass q & glaubt dass r und es gemeinsames Wissen ist, dass der Hörer glaubt, dass der Sprecher...usw. - Für Negation: dass der Sprecher nicht glaubt, dass p... - Jeweils vollständige Sätze, die in Satzgefüge gebunden werden.
Peacocke I 198
Gedanke/Glauben/Verstehen/Peacocke: wenn jemand einen Satz versteht, ist nicht eindeutig, welchen Gedanken er damit ausdrückt (unterbestimmt). - Die Sprache ist nicht reich genug - Nur das Objekt wird herausgegriffen, nicht die Intension.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Pea I
Chr. R. Peacocke
Sense and Content Oxford 1983

> Gegenargumente gegen Peacocke

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017