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Erlebnis: im Bewusstsein eines Subjekts verarbeitetes Ereignis. Keine bloße Vorstellung. Siehe auch Ereignisse, Vorstellungen, Bewusstsein.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Paul Natorp über Erlebnisse – Lexikon der Argumente

Gadamer I 73
Erlebnis/Erleben/Bewusstsein/Kritische Psychologie/Natorp/Gadamer: [An die] grundlegende Bedeutung, die Kants Kritik aller substanzialen Seelenlehre und die von ihr unterschiedene transzendentale Einheit des Selbstbewusstseins, die synthetische Einheit der Apperzeption, besitzt(...) [a]n diese Kritik der rationalistischen Psychologie ließ sich die Idee einer Psychologie nach kritischer Methode anschließen, wie das Paul Natorp schon 1888(1) unternommen und
worauf später Richard Hönigswald den Begriff der Denkpsychologie gegründet hat(2).
Natorp hat durch den Begriff der Bewusstheit, die die Unmittelbarkeit des Erlebens aussagt, den Gegenstand der kritischen Psychologie bezeichnet und die Methode einer universellen Subjektivierung als die Forschungsweise der rekonstruktiven Psychologie entwickelt. Natorp hat
später seinen Grundansatz durch eine eingehende Kritik an der Begriffsbildung
Gadamer I 74
der zeitgenössischen psychologischen Forschung gestützt und fortentwickelt. Aber schon 1888 stand der Grundgedanke fest, daß die Konkretion des Urerlebnisses, d. h. die Totalität des Bewusstseins, eine ungeschiedene Einheit darstellt, die sich durch die objektivierende Methode der Erkenntnis erst differenziert und bestimmt.
Bewusstsein/Natorp: «Das Bewusstsein aber bedeutet Leben, d. h. durchgängige Wechselbeziehung«. Das zeigt sich besonders in dem Verhältnis von Bewusstsein und Zeit: „Gegeben ist nicht das Bewusstsein als Vorgang in der Zeit, sondern die Zeit als Form des Bewusstseins«(3). >Durée/Bergson.


1. P. Natorp, Einleitung in die Psychologie nach kritischer Methode 1888; Allgemeine Psychologie nach kritischer Methode 1912 (Neubearbeitung).
2. R. Hönigswald, Die Grundlagen der Denkpsychologie, 1921, 2. Aufl. 1925.
3. Natorp a.a. O. S 32.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Natorp, Paul

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Natorp

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