Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrheit, Philosophie: Verschiedenste Ansätze nehmen für sich in Anspruch, Wahrheit entweder zu definieren, zu erklären oder ihre prinzipielle Undefinierbarkeit zu behaupten. A. Sprachlich orientierte Theorien setzen entweder eine Übereinstimmung von Aussagen mit Ausschnitten der Welt oder eine Stimmigkeit mit anderen Aussagen voraus. Siehe auch Wahrheitstheorie, Wahrheitsdefinition, Bedeutungstheorie, Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Tatsachen, Sachverhalte, Paradoxien, Semantik, Deflationismus, Disquotationalismus, Kriterien, Beweise. B. Handlungsorientierte Wahrheitstheorien nehmen eine zukünftige Verwirklichung von Zuständen zum Maßstab, die mit einem angestrebten Ideal in Einklang gebracht werden sollen. Siehe auch Wirklichkeit, Richtigkeit, Pragmatismus, Idealisierung, Ideen. C. Wahrheitsorientierte Theorien der Kunst sprechen Kunstwerken unter Umständen Qualitäten zu, die die zukünftige Verwirklichung von als ideal angenommenen gesellschaftlichen Zuständen zum Vorschein bringen. Siehe auch emphatische Wahrheit, Fiktionen, Kunst, Kunstwerke.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Horwich I 340
Wahr/Wahrheit/Eigenschaft/Prosatz-Theorie/Camp/Grover/Belnap/CGB: auch wenn "wahr" nicht redundant ist, schreibt es keine Eigenschaft zu. - Bsp "Es-ist-nicht-wahr-dass" Rom das Zentrum der Welt ist, "aber es-war-wahr-dass" Rom das Zentrum der Welt war (ist). - Ebenfalls nicht redundant: "wahr": Bildung des Gegenteils eines Satzes. - "Es ist nicht wahr dass". - Problem: Bsp "Wenn der Schalter oben ist, ist das Licht an". - Für die meisten Sätze ist das kaum möglich.
I 348
Camp/Grover/Belnap: These: Wahrheit ist keine Eigenschaft.
I 356 f
Wahrheit/Field/CGB: (Field 1972): der "ursprüngliche Zweck" des Begriffes der Wahrheit ist, die Äusserungen anderer zu gebrauchen, um Konklusionen über die Welt zu ziehen.
(i) Wir sagen, unter welchen Umständen das, was jemand anderes sagt, wahr ist,
(ii) Wie wir von dem Glauben in die Wahrheit von etwas zu einem Glauben über die Welt gelangen.
CGB: dennoch Wahrheit keine Eigenschaft.
I 360
Daher kann sie auch nicht zugeschrieben werden.
I 363
W-Prädikat/Verallgemeinerung/Quine/CGB: Bsp Welche Relation besteht zwischen einem Satz und der Welt, wenn er wahr ist? - Das geht nicht ohne W-Prädikat.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Grover, D. L.

Gro I D. Grover A Prosentential Theory of Thruth Princeton New Jersey 1992

Kamp/Grover/Belnap
D.L.Grover, J.L.Kamp, N.D. Belnap
Philosophical Studies 27 (1) 73 – 125 (1975)

Es wird auf externe Quellen verweisen.

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.11.2017