Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrheitsdefinition: Versuche, Wahrheit zu definieren, lassen sich in zwei Hauptströmungen ordnen A. Semantische Wahrheitstheorien setzen einen Begriff von Übereinstimmung von verstandenen und interpretierten sprachlichen Äußerungen mit etwas außerhalb des Sprachgebrauchs voraus. Ein Problem ist hierbei, dass Bedeutungsdefinition und Wahrheitsdefinition sich gegenseitig voraussetzen. Siehe hierzu auch Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Bedeutungstheorie, Deflationismus, Disquotationalismus. B. Pragmatische Wahrheitstheorien berufen sich auf ein mehr oder weniger feststehendes Bild eines gesellschaftlich oder religiös bestimmten Ideals, das es zu verwirklichen gilt. Unwahrheit ist dann so etwas wie die Differenz zwischen einem durch gesellschaftliche Praxis verwirklichten Zustand und dem Bild des Ideals. Siehe auch Pragmatismus, Idealisierung, Ideen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 320
Zutreffen/Tugendhat: weil eine Behauptung nicht schon wahr ist, wenn das Prädikat angewendet wird, sondern nur wenn es zu recht anwendbar ist - dann kann man eine W-Def aufstellen, in der "wahr" nicht vorkommt - aber immer noch Zirkel zwischen "wahr" und "zutreffen" - durch die gegliederte Struktur sind Wahrheitsbedingungen (WB) erst möglich.
I 484
Wahrheit/W-Def/Wahrheitsbedingungen/Tugendhat: statt metatheoretisch "wenn das Prädikat zutrifft" - Verifikationsregel. - "Zutreffen" und "stehen für" dürfen nicht vorkommen.
I 486
Stattdessen: "der Satz "Fa" ist wahr, wenn das Prädikat in der durch "a" identifizierten Situation richtig anwendbar ist". - Problem: wir brauchen noch eine Verifikationsregel, um die Identifikationsregel zu erklären - VsTradition: setzt voraus, dass der Gegenstand schon identifiziert ist.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.10.2017