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Wahrheitsfunktionen: Wahrheitsfunktionen bilden Wahrheitswerte auf andere Wahrheitswerte ab. In der zweiwertigen Logik sind das die beiden verfügbaren Wahrheitswerte „wahr“ bzw. „falsch“ (w/f). Die Disjunktion (A oder B) bildet nun (w oder w), (w oder f) und (f oder w) auf w ab, und (f oder f) auf f. Nicht-wahrheitsfunktionale Semantiken unterscheiden sich von wahrheitsfunktionalen Semantiken dadurch, dass sie auch andere Bedeutungen der logischen Verknüpfungen („und“, „oder“, „wenn, dann“) berücksichtigen z.B. Ausdrücke wie „trotzdem“, „obwohl“, „dennoch“, deren propositionaler Gehalt dem „und“ entspricht, die jedoch eine gewisse zusätzliche Ausdruckskraft ins Spiel bringen. Siehe auch Wahrheitsfunktionale Semantik, Wahrheitskonditionale Semantik, Semantik, Propositionaler Gehalt.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

W.V.O. Quine über Wahrheitsfunktionen – Lexikon der Argumente

I 252
Jede Wahrheitsfunktion ist bezeichnungsdurchsichtig.
V 160
Quantoren/Wahrheitsfunktion: sind gleichgültig gegenüber den meisten Unterschieden, aber nicht gegenüber dem zwischen endlich/unendlich. - Wohl aber gleichgültig gegenüber Unterschieden zwischen verschiedenen unendlichen Mächtigkeiten. (abzählbar/überabzählbar) - (> Löwenheim). Weitere Autoren zu Wahrheitsfunktion.
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VII (f) 118
Universalien/Ontologie/Wahrheitsfunktionen/Quine: eine andere, kühnere Weise, die Universalien zu abstrahieren liegt darin, sie der Quantifikation zugänglich zu machen.
So dehnen wir die wahrheitsfunktionale Logik aus! "(p)", "(Ep)" usw. : sind dann nicht mehr nur schematisch. Sie können geeignete Entitäten als Werte annehmen, insbesondere Propositionen oder besser, Wahrheitswerte.
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VII (h) 156ff
Sprache/Wahrheitsfunktionen/Intensionalität/Opazität/Quine: jede nicht-wahrheitsfunktionale Sprache führt zu opaken Kontexten. Siehe V 188
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V 188
Wissenschaft/Opazität/Quine: Lösung: Beschränkung der Wissenschaftssprache auf Wahrheitsfunktionen und Gegenstands-Quantifikation.
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I 115
Die Wahrheiten des wahrheitsfunktionalen Teils der Logik sind die Tautologien.
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II 17
Bsp "Sobald (when) es Nacht wird, werden die Lampen angezündet"
Hier ist "sobald" eine mit den Wahrheitsfunktionen vergleichbare Verknüpfungspartikel. Zufällig führt sie eher zu bleibenden Sätzen.
II 192
Aus heutiger Sicht ist die Quantorenlogik nichts weiter als eine Weiterentwicklung der Logik der Wahrheitsfunktionen. Der Wahrheitswert einer Wahrheitsfunktion lässt sich anhand der Wahrheitswerte der Argumente berechnen. Wieso wird dann Quantorenlogik dadurch nicht entscheidbar mittels Wahrheitstafeln?
Dieses Gültigkeitskriterium wäre zu streng, weil die quantifizierten Teilausdrücke nicht immer unabhängig voneinander sind! Die Wahrheitstafel erfüllt aber voll ihren Dienst, wenn alle Variablen voneinander unabhängig sind.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

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