Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrheitswert: Das, was einer Aussage oder einer interpretierten logischen Formel zugeschrieben wird im Hinblick darauf, ob sie wahr oder falsch ist. In der Klassischen Logik gibt es zwei Wahrheitswerte, wahr und falsch. In mehrwertigen Logiken kann es drei bis unendlich viele Wahrheitswerte geben. Im letzteren Fall werden diese oft als Wahrscheinlichkeiten aufgefasst. Bei dreiwertigen Logiken ist der dritte Wert „unbestimmt“, „weder wahr noch falsch“ oder auch „weder bewiesen noch widerlegt“. Siehe auch Negation, Starke Negation, Schwache Negation, Intuitionismus, Wahrscheinlichkeit, Fuzzy Logic, Extensionalität.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 11 f
Def Wahrheitswert/Frege: der Wahrheitswert des Satzes ist der Bezug - die (Fregesche) "Bedeutung" - des Satzes.
I 20f
Wahrheitswert/Dummett: Bsp angenommen, die Bedingungen für wahr/falsch wären genannt, die beiden Wahrheitswerte aber nur mit A und B kenntlich gemacht, dann wäre es unmöglich, herauszubekommen, welcher -A oder B - für wahr stünde.
Man müsste mindestens an einem Mustersatz erkennen, welches Gewicht die Sprecher der assertorischen Äußerung dieses Satzes beimessen. (>Manifestation).
- - -
EMD II 112
Def nicht-ausgezeichneter Wahrheitswert/Dummett: die Weise, wie ein Satz falsch sein kann - ausgezeichneter Wahrheitswert/Dummett: die Weise, wie ein Satz wahr sein kann - das ist irrelevant für Atomsätze, nur relevant für die Weise, wie sie zu einem komplexen Satz beitragen - d.h. was die Bedingung für einen ausgezeichneten Wahrheitswert für einen zusammengesetzten Satz ist. - Der Wahrheitswert des Gesamtsatzes erwächst nicht einfach aus den WW der Teilsätze - bzw. die Teilsätze tragen nicht nur ihre eigenen Wahrheitswert bei - bzw. wenn wir eine Bedeutungstheorie für die ganze Sprache hätten, könnten wir vielleicht nicht die Bedeutungen der logischen Konstanten durch Verifikation der Teilsätze erklären -(drei Formulierungen für denselben Sachverhalt).
Dum III 20
Wahrheitswert/Dummett: nicht aus Eigenschaft von Aussagen, sondern aus dem Verhalten - Vergleich mit Wette/Befehl: bedingt: das Antezedens liegt in der Macht des Empfängers:
II 21
bedingt: Lücke: Bsp wenn das Kind nicht hinausgeht, kann es den Mantel nicht vergessen haben.
"unbedingt": = materiales Konditional: keine Lücke
III 20
Bedeutung/Wahrheitswert/Wette/Befehl/Dummett: Asymmetrie: Angenommen, Ungehorsam führt eindeutig zum Recht auf Missbilligung - Gehorsam nicht zum Recht auf Belohnung - Konsequenz: Wahrheitswerte können eher aus Wetten (Gewinn/Verlust) als aus Befehlsverhalten gewonnen werden.
III 28
ausgezeichneter Wahrheitswert/Dummett: wahr oder Konditional mit falschen Vorderglied (EFQ, ex falso quodlibet)
nichtausgezeichneter Wahrheitswert: falsch oder Einhorn. ((s) Der Gegenstand existiert nicht.)
gültig/mehrwertige Logik: die Formeln, die für jede Zuordnung einen ausgezeichneten Wahrheitswert haben.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.10.2017