Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrscheinlichkeit, Philosophie: Wenn von Wahrscheinlichkeit die Rede ist, geht es um das mehr oder weniger sichere Zutreffen von Aussagen, die den Verlauf von Prozessen und ihr Ergebnis beschreiben, nicht um Eigenschaften von Gegenständen. Siehe auch Subjektive Wahrscheinlichkeit, Objektive Wahrscheinlichkeit, Wahrscheinlichkeitsfunktion, Wahrscheinlichkeitsverteilung, Bayesianismus, Chance, Wahrscheinlichkeitskonditional, Relative Häufigkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 159
Def Propensität/Popper/Fraassen: These: danach ist Wahrscheinlichkeit (Wschk) selbst eine physikalische Größe, die Stärke oder Intensität der realen Chance eines Vorkommnisses oder Ereignisses, die nicht durch Referenz auf aktuale Klassen von aktualen Vorkommnissen reduziert werden kann.
I 165
Wahrscheinlichkeit/Fraassen: a) epistemisch: Bsp 1.75% der Rekruten von 44 haben überlebt. - 2. Jones ist ein Rekrut von 44 - 1 und 2 sind objektiv. - Aber die Wahrscheinlichkeit ist für mich subjektiv, weil ich keine weitere Information über Jones habe. - Pointe: die Information, die ich summiere, hat gar nicht das Wort "Wahrscheinlichkeit" in sich. - Information: dass Jones zu einer bestimmten Klasse gehört. - So hat auch die statistische Mechanik nichts mit Nichtwissen zu tun.
I 166f
Bijektive Wahrscheinlichkeit/Fraassen: Bsp Information über die Zeit, die ein System in einem Zustand verbringt, ist eine objektive Information. - Ein Maß für etwas eine Wahrscheinlichkeits-Funktion zu nennen, ist weder subjektiv noch objektiv. - Es kann auch ein Maß des Nichtwissens sein. - Objektive und subjektive (epistemische) Wahrscheinlichkeit kann man in der Praxis nicht immer auseinander halten.
I 167
Statistik/Wahrscheinlichkeit/unendlich/Fraassen: weil Subregionen immer kleiner unterteilt werden können - weil sie am ende Punkten entsprechen) braucht man unendliche Klassen. - > Kolmogoroff-Axiome (zählbare Additivität). - Wahrscheinlichkeit auf reelle Zahlen abbilden: das ist immer noch Extrapolation endlicher Proportionen.
I 169
Wahrscheinlichkeit/Quantenmechanik/Fraassen: Problem: sinnlos: die Halbwertszeit eines einzelnen Atoms. - Ebenso für ungradzahlige Mengen von Atomen (wegen Zerfall eines halben Atoms). - Lösung: subjektive Wahrscheinlichkeit. Ich habe keine weiteren Information über dieses Atom. - Problem: objektiv genau ½, subjektiv: ungefähr /2 - Problem: keine Relation zwischen genau und ungefähr - Lösung: in der Quantenmechanik gibt es keine klassische Wahrscheinlichkeit. -
I 170
Mischung/Quantenmechanik: Gegensatz zum reinen Z: - Analog in Statistischer Mechanik: Unterschied zwischen Mikro- und Makrozustand. - Nichtwissen: zu sagen, dass das System in einem von z.B. drei reinen Zuständen ist. - (Ignoranz-Interpretation) - Problem: ein gemischter Zustand: kann auf mehr als eine Weise dekomponiert werden.
I 174
Wahrscheinlichkeit/Doppelspalt/Quantenmechanik/Fraassen: darf nicht mit den Proportionen gleichgesetzt werden, das Elektron an einem Ort anzutreffen.
I 177
unendlich/Wahrscheinlichkeits-Theorie/Quantenmechanik/Fraassen: Problem: es gibt so viele reine Zustände und maximale Observablen, wie es reelle Zahlen gibt.
Wahrscheinlichkeits-Theorie: Theorem: wenn jedes aus einer Klasse sich gegenseitig ausschließender Ereignisse eine Wahrscheinlichkeit > 0 hat, gibt es nur abzählbar viele - Problem: dann kommt Modalität ins Spiel;: die Wahrscheinlichkeiten sind über das, was der Fall wäre, wenn...
I 178
Epistemische Wahrscheinlichkeit/subjektive/Fraassen: kann man der Erkenntnistheorie überlassen. - Objektive Wahrscheinlichkeit: ist ein philosophisches Problem. - Was sagt eine probabilistische Theorie? - Worauf sind wir damit festgelegt? -
I 179
Wahrscheinlichkeits-Raum: 1. K: Stichprobenraum, Ereignis-R, 2. F: Familie der Ereignisse, 3. P: Wahrscheinlichkeits-Maß. - Signifikanz: Problem, wenn zu feinkörnig. - Def Feld: Familie von Teilmengen von K, abgeschlossen unter den Operationen Durchschnitt, Vereinigung, Komplementbildung. - Wahrscheinlichkeits-Raum: wenn Feld = Borel-Feld (Sigma-Feld): abgeschlossen unter abzählbar unendlich vielen Vereinigungen. - + + Propensität, strikte Häufigkeit.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.10.2017