Philosophie Lexikon der Argumente

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Wahrscheinlichkeitskonditional, Wahrscheinlichkeitsimplikation: Verknüpfung von Antezedens und Konsequens, bei der die Wahrscheinlichkeit des Zutreffens des Vordersatzes Auswirkung hat auf den Wahrheitswert des Konsequens.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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V 133f
Konditionale Wahrscheinlichkeit/Lewis: die Wahrscheinlichkeit von Konditionalen ist die konditionale Wahrscheinlichkeit. - (VsStalnaker) - Logische Form: P(A -> C) und P(C I A) - Aber nicht beim wafu/(wahrheitsfunktionalen) Konditional "⊃" (Hufeisen). - Denn hier sind sie nur manchmal gleich. - Daher ist der indikativische Konditional nicht wahrheitsfunktional. - Wir nennen ihn -"Wahrscheinlichkeits-Konditional". - Problem: dann wäre Wschk von Konditionalen ein Hinweis für die Relation von Wahrscheinlichkeiten von Nicht-Konditionalen. - Das wäre inkorrekt. - Lösung: Behauptbarkeit geht nicht mit absoluter Wahrscheinlichkeit im Fall von indikativischen Konditionalen.
V 135
Konditionalisierung/Lewis/(s): Bsp Konditionalisierung auf B: aus P(A) wird P(A I B) die Wahrscheinlichkeit von A "gegeben B".
V 135f
Wahrscheinlichkeits-Konditional/Wahrscheinlichkeits-Konditional/Lewis: hier muss die Wahrscheinlichkeit des Antezedens positiv sein. - Ein Wahrscheinlichkeits-Konditional gilt für eine Klasse von Wahrscheinlichkeits-Funktionen - universeller Wahrscheinlichkeits-Konditional: gilt für alle Wahrscheinlichkeits-Funktionen. (Vs).
V 137
Richtig: C und ~C können beide positive Werte haben: Bsp C: "gerade Zahl", A : "die 6 erscheint" - Dann sind AC und A~C beide positive Wahrscheinlichkeit. - Pointe: A und C sind unabhängig voneinander - Allgemein: mehrere Annahmen können jede positive Wahrscheinlichkeiten haben, wenn sie paarweise inkompatibel sind. - Die Sprache muss stark genug sein, das auszudrücken. - Sonst lässt sie universelle Wahrscheinlichkeits-Konditionale zu, die falsch sind.
V 139
Indikativischer Konditional/iK/Wahrscheinlichkeit/konditionale Wahrscheinlichkeit/Lewis: weil einige Wahrscheinlichkeits-Funktionen, die mögliche Glaubenssysteme repräsentieren, nicht trivial sind - (d.h. positive Wahrscheinlichkeits-Werte zu mehr als zwei inkompatiblen Möglichkeiten zuweist). - ist das indikative Konditional nicht das Wahrscheinlichkeits-Konditional für alle möglichen subjektiven Wahrscheinlichkeits-Funktionen. - Das heißt aber nicht, dass es für alle möglichen subjektiven Wahrscheinlichkeits-Funktionen eine garantierte konditionalisierte Wahrscheinlichkeit gibt. - D.h. die Behauptbarkeit von Indikativischen Konditionalen geht nicht mit absoluter Wahrscheinlichkeit zusammen.
V 139
Behauptbarkeit geht normalerweise mit Wahrscheinlichkeiten einher, weil Sprecher meist aufrichtig sind. - Aber nicht bei indikativischen Konditionalen.
Indikativischer Konditional: hat gar keinen Wahrheitswert, keine Wahrheitsbedingungen und daher auch keine Wahrscheinlichkeit für Wahrheit.
V 144
Konditional/Wahrscheinlichkeit/Lewis/(s): die Wahrscheinlichkeit von Konditionalen ist messbar - Antezedens und Konsequens müssen wahrscheinlichkeitsmäßig unabhängig sein. - Dann Bsp wenn jedes 0,9 hat, dann hat das Ganze 0,912 - V 148
Wahrscheinlichkeit/Konditional/Lewis:
a) Abbildung: das Bild wird dadurch gewonnen, dass man die ursprüngliche Wahrscheinlichkeit jeder Welt W nach WA, der nächsten möglichen Welt verschiebt. - (Abbildung hier: Summe über die Welten mit A (= 1) oder Nicht-A (= 0) - Das ist die minimale Revision (keine grundlose Verschiebung). - Dagegen umgekehrt:
b) Konditionalisierung: sie verzerrt nicht das Profil der Wahrscheinlichkeits-Verhältnisse (Gleichheit und Ungleichheit von Sätzen, die A implizieren). - Beide Verfahren sollen das gleiche erreichen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.10.2017