Philosophie Lexikon der Argumente

 
Willkür: A. Alltagssprachlicher Ausdruck für ein nicht näher begründetes Verhalten bzw. die Weigerung, eine Begründung für ein Verhalten zu geben. Willkür kann sich z.B. in unbegründeter Bevorzugung äußern. B. Im engeren Sinn etwas, das dem Willen unterworfen ist. Willkürliches Handeln kann simuliert werden, indem Regularitäten außer Kraft gesetzt werden und damit Erwartbarkeit unterlaufen wird. Siehe auch Konventionen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II 230
Willkürlich/Willkür/Konvention: Zahlensysteme sind willkürlich. - Sonst würde eine andere Schreibweise anderen Tatsachen entsprechen. - II 231 natürlich kann man neuen Sätzen und Symbolen Sinn verleihen. - Eben deshalb heißen die Konventionen willkürlich.
II 236
Willkür/willkürlich/Gesetz/Physik/Naturgesetze/NG/Wittgenstein: Bsp Bahnstörungen: es ist willkürlich, ob wir unsere Gesetze für richtig erklären, und sagen, wir sehen lediglich den Planeten nicht, oder ob wir die Gesetze falsch nennen. - Wenn wir sagen, dass ein Planet in der Nähe sein muss, legen wir eine grammatische Regel fest.
II 238
Die Gesetze der Logik, wie der Satz vom ausgeschlossenen Dritten sind willkürlich! - In Wirklichkeit verwenden wir oft Widersprüche. - Bsp ich mag es und ich mag es nicht.
VI 115
Willkür/willkürlich/Grammatik/Regeln/Zweck/Wittgenstein/Schulte: Bsp die Regeln des Kochens sind nicht willkürlich, weil sie durch den Zweck des Kochens definiert sind. - Dagegen: Grammatik: ist nicht durch den Zweck der Sprache definiert - die grammatischen Regeln konstituieren erst die Bedeutung. - Daher sind sie keine Bedeutung verpflichtet. - ((s) Grammatik/Wittgenstein: = Logik).
IV 31
nicht willkürlich/Tractatus: das Zeichen des Komplexes löst sich nicht willkürlich auf. - Bsp aRb.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

> Gegenargumente gegen Wittgenstein

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017