Philosophie Lexikon der Argumente

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Zeigen, Philosophie: Zeigen ist ein Aussondern eines Gegenstands gegenüber anderen Gegenständen durch eine Geste oder eine technische Vorrichtung. Philosophisch interessant sind Probleme des Zeigens im Zusammenhang mit Eindeutigkeit und Vollständigkeit. Siehe auch Ostension, Gavagai, Unbestimmtheit, Definition, Hinweisende Definition, Übersetzungsunbestimmtheit, Unerforschlichkeit, Individuation, Identifikation, Spezifizierung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Rorty VI 147
Hinweisende Definition/Zeigen/Sprache/Wittgenstein: hinweisende Definition setzt voraus, dass in der Sprache schon eine Menge vorbereitet ist, Zeigen ist ohne Sprache nicht ausreichend, um ein Etwas herauszugreifen. (Dennett pro, SearleVs, NagelVs).
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Hintikka I 95
sagen/zeigen/logischer Eigenname/Russell/Hintikka: "dies" kann nicht ausgesprochen werden, nur genannt. - ((s) >Erwähnung/ >Gebrauch) - ((s) Der Gegenstand kann damit nicht erwähnt werden.).
I 102
Auf die Gegenstände der Bekanntschaft können wir nur zeigen!
I 102
Zeigen/sagen/Tractatus/Bekanntschaft/Russell/Hintikka: auf die Gegenstände der Bekanntschaft können wir nur zeigen! - (>logische Eigennamen).
I 193
Hinweisendes Zeigen/Ostension/Wittgenstein/Hintikka: kann kein Kriterium der kontinuierlichen Identität liefern. - Deshalb ist nicht alles, was gezeigt werden kann, ein Gegenstand.
I 228 Zeigen/hinweisende Definition/Ostension/Wittgenstein/Hintikka: Sinnesdaten können nur durch Zeigen definiert werden. - Problem: muss das Zeigen selbst verstanden werden? - Hintikka: der Hörer muss wahrscheinlich den logischen Status der definierten Entität bereits kennen. - "dort"/"dies": wenn überhaupt durch Ostension einzuführen, dann muss das Zeigen in diesem Fall ganz anders sein. - Hintikka: Wittgenstein zögert lange, bevor er die hinweisende Definition fallen lässt. - Eine Alternative für den Bedeutungsbegriff und der Bedeutungszuschreibung ist schwer zu finden. - Zeigen/Wittgenstein: Grundgedanke: zweistellige Relation des Benennens (durch einen Namen) (WittgensteinVs).
I 231
Mittlere Periode: erfolgreiche hinweisende Definition kann Regeln für den Gebrauch liefern.
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II 34
Zeigen/Ostension/Wittgenstein: Bsp "Dies ist grün" gibt keine Auskunft über eine Verbindung zwischen Grün und der Wirklichkeit. - "Dies" wird als Gleichheitszeichen verwendet.
II 34
Zeigen/Ostension/Grammatik/Wittgenstein: Anwendung wird in der Grammatik nicht aufgezeigt. Die Anwendung der Zeichen liegt außerhalb der Zeichen, das Bild enthält nicht seine eigene Anwendung.
Die Verbindung kann nicht in der Sprache hergestellt und durch die Sprache erklärt werden. Bsp "dies ist grün". Das "dies" gibt uns nicht die geringste Auskunft über die Verbindung zwischen Grün und der Wirklichkeit. Es wird hier als Gleichheitszeichen verwendet.
II 35
Aber hier gibt es immer noch keine Verbindung.
II 88
Sprache/Regel/hinweidende Definition/Wittgenstein: Bsp "Dies ist grau" kann entweder
a) ein Satz sein oder - b) eine Regel bzw. eine Definition des Sprachgebrauchs.
II 256
Hinweisende Definition/Zeigen/Ostension/Wittgenstein: Bsp man zeigt jemand ein rotes Quadrat mit den Worten "Das ist rot". - Dann kann es sein, dass er in Zukunft Quadrate rot nennt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Wittgenstein
> Gegenargumente zu Zeigen



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.08.2017