Philosophie Lexikon der Argumente

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Zweidimensionale Semantik: Zweidimensional sind Semantiken, die sowohl die Eigenschaften einer durch eine Aussage beschriebenen Situation als auch die Eigenschaften der Äußerungssituation (die nicht mit der beschriebenen Situation identisch sein muss) berücksichtigen. Zum Beispiel ist die Aussage, man befinde sich am Ort A, B oder C jeweils wahr, wenn sie am Ort A, B bzw. C getroffen wird (Diagonalisierung). Aussagen einer bestimmten Form sind stets wahr, z.B. „Ich bin jetzt hier“. In diesem Fall ist die gesamte zweidimensionale Matrix mit dem Wert „wahr“ belegt. Zweidimensionale Semantiken gehen auf D. Kaplan zurück (D. Kaplan, Demonstratives, in Perry & Wettstein (Hg) Themes from Kaplan, Oxford, 1989, pp. 481-563). Siehe auch Kontext/Kontextabhängigkeit, Diagonalisierung, Diagonale Propositionen, Intensionen, A-Intensionen, C-Intensionen, Stalnaker-Intensionen, Character, Inhalt.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Newen/Schrenk I 120
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: Unterscheidung von Äußerungskontext: in ihm wird eine Äußerung gemacht und eine Wahrheitsbedingung (WB) festgelegt - und einer Auswertungswelt: in ihr wird die Äußerung als wahr oder falsch bewertet. - Charakter/Kaplan: Tabelle, in der eine (bei Kaplan indexikalische) Äußerung geschrieben wird, und dann, in Zeilen die Äußerungskontexte, in Spalten die Auswertungswelten eingetragen werden. - Das berücksichtigt damit zusätzlich die Kontextabhängigkeit von Indikatoren. ((s) Bsp "Ich bin in NY (Rio/Tokyo)" geäußert in NY/Rio/Tokyo.)
Def Charakter: Funktion von möglichen Äußerungskontexten auf Wahrheitsbedingungen. - Der Satz bekommt erst in einer Äusserungssituation seine Wahrheitsbedingungen.
Newen/Schrenk I 121f
Zweidimensionale Semantik/Kaplan/Newen/Schrenk: unterscheidet notwendig/a priori: notwendig: Bsp -"Ich bin Cicero": in der ersten Zeile nur wahr. - (Wenn wahr, notwendig wahr, sonst notwendig falsch.) - a priori: Bsp "Ich bin jetzt hier" Diagonale nur wahr, sonst falsch. - Diagonale: zeigt die Tatsache an, dass der Ort und Zeit immer der Ort und die Zeit der Äußerung ist. - Stalnaker: Vorschlag: nur die Diagonale zu berücksichtigen. - Notwendig und a priori: Bsp Cicero ist identisch mit Cicero: hier überall nur wahr.
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Stalnaker I 192
Def Charakter/Kaplan: = Bedeutung - Funktion von möglichen (Gebrauchs-) Kontexten auf Referenten - (Newen/Schrenk: der Charakter ist die gesamte Tabelle der zwei-dimensionalen Semantik).
Kaplan These: Charakter und Inhalt (content) müssen getrennt werden - Charakter/Bedeutung: ist eine Regel die sagt, wie der Referent durch Tatsachen über den Kontext bestimmt wird.
Inhalt/content/Kaplan: = sekundäre Intension.
Inhalt: möglicherweise unbekannt trotz Sprachkompetenz. - ((s) >Götter-Bsp Zwei allwissende Götter) - ((s) Charakter/(s): Wer es jeweils sein könnte. - Inhalt: Wer es tatsächlich ist.) - Bsp auf wen "Ich" referiert.
Staln I 194
Inhalt/sekundäre Intension: kann in verschiedenen möglichen Welten verschieden sein
a) Weil der Kontext verschieden ist
b) Weil die Bedeutung anders ist. - (Das gehört zur Metasemantik).
Staln I 208
Charakter/Kaplan/Stalnaker: wird von der primären Intension festgelegt. - kognitiver Wert/Stalnaker: ist dann der Charakter eines Gedankens.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
D. Kaplan
hier nur externe Quellen; vgl. die Angaben in den einzelnen Beiträgen.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.11.2017