Philosophie Lexikon der Argumente

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Zwillingserde: Ausdruck aus einem Gedankenexperiment von H. Putnam (H. Putnam, The meaning of 'meaning'. In Philosophical Papers, Vol. 2 Mind, Language and Reality, Cambridge, 1985). Es wird angenommen, es gäbe eine zweite Erde, die unserer eigenen in allen Einzelheiten gleicht, bis auf die Zusammensetzung des Stoffs Wasser. Allerdings hat das Zwillingserden-Wasser phänomenologisch dieselben Eigenschaften wie unser Wasser und wird dort auch Wasser genannt. Das Beispiel soll zeigen, dass wir die Referenz von Ausdrücken nicht unabhängig von der Umwelt bestimmen können. Siehe auch Referenz, Externalismus, Internalismus, Anti-Individualismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 323
Zwillingserde/PoundstoneVsPutnam: lange Molekülketten entsprechen klebrigen Flüssigkeiten. - Dann gibt es gar keine Verwechselbarkeit von XYZ (das für eine lange Molekülkette stehen soll) und H2O. - Das Zwillingserden-Wasser wäre ungenießbar.
Gedankenexperimente/Poundstone: physikalische Realisierbarkeit ist von Belang - Zwillingserde/Poundstone: einzig mögliche Verbindung: Wasserstoff/Sauerstoff (Wasserstoffperoxyd): dieses ist extrem instabil. Wenn Ammoniak flüssig ist, ist Quecksilber fest. - Das wäre eine ganz andere Welt. - ((s) H2O/XYZ kann dann nicht die einzige Veränderung sein.) - ((s) Poundstone argumentiert holistisch.)
Putnam: auf der Zwillingserde macht man identische Erfahrungen - aber es gibt mehr als eine Realität, die dazu passt.
I 327
Übersetzung/Zwillingserde/PoundstoneVsPutnam: Variante: Angenommen, dort gibt es einen Text von "Schiller": "Die Jungfrau von Orleans". - Die Rück-Übersetzung ergäbe aber den Urfaust. - Dann würde die Parole ausgegeben: "Bedeutungen sind nicht im Buch".
Vs: eine solche Übersetzung wäre nicht möglich, weil die Worthäufigkeiten bei jeder Übersetzung das gleiche Muster ergeben müssten.
Lösung: ein Algorithmus, der den Text völlig modifiziert. - Pointe: es gibt keinen Beweis, dass das Voynich-Manuskript keine Übersetzung eines bekannten Texts ist.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
W. Poundstone
I W. Poundstone Im Labyrinth des Denkens, Reinbek 1995

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.11.2017