Philosophie Lexikon der Argumente

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Interpretation: A. Das Aufstellen von Aussagen über andere Aussagen, wobei sich die neuen Aussagen des Vokabulars der ursprünglichen Aussagen bedienen sowie eventuell neues Vokabular einführen. Wird kein neues Vokabular eingeführt, kann neue Information durch Umstellung der syntaktischen Elemente gewonnen werden.
B. In der Logik das Einsetzen von Werten (Gegenständen) anstelle der Konstanten bzw. freien Variablen.


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Johann Martin Chladenius über Interpretation – Lexikon der Argumente

Gadamer I 186
Interpretation/Chladenius/Gadamer: Verstehen und Auslegen sind (...) für Chladenius nicht dasselbe (§ 648)(1). Es ist ganz deutlich, dass für ihn die Auslegungsbedürftigkeit einer Stelle grundsätzlich ein Sonderfall ist, und dass man im allgemeinen eine Stelle unmittelbar versteht, sofern man die Sache kennt, die in der Stelle abgehandelt wird, sei es, dass man von der Stelle an die Sache erinnert wird, sei es, daß man erst
durch die Stelle Zur Erkenntnis der Sache gelangt (§ 682). Unzweifelhaft ist somit für das Verstehen hier noch das Sachverständnis, die sachliche Einsicht,
Gadamer I 187
das Entscheidende - es ist kein historisches noch gar ein psychologisch- genetisches Verfahren.
Auslegung/Interpretation/Chladenius: Gleichwohl ist sich der Autor völlig darüber im klaren, dass die Auslegungskunst eine neue und besondere Dringlichkeit erhalten hat, sofern die Auslegungskunst zugleich die Rechtfertigung der Auslegung leistet. Einer solchen bedarf es offenbar so lange nicht, als »der Schüler einerlei Erkenntnis mit dem Ausleger habe« (so dass ihm der „Verstand“ ohne „Erweis“ einleuchtete) oder »wegen des guten Vertrauens gegen den Ausleger«. Beide Bedingungen erscheinen ihm in seiner Zeit nicht mehr erfüllt, die zweite insofern,
als (im Zeichen der Aufklärung) »die Schüler mit eigenen Augen sehen wollen«, die erste, sofern bei wachsender Erkenntnis der Sachen - gemeint ist: mit dem Fortschreiten der Wissenschaft - die Dunkelheit der zu verstehenden Stellen immer größer werde (§ 668 f.).
Gadamer: Das Bedürfnis einer Hermeneutik ist also gerade mit dem Schwinden des Vonselbst-Verstehens gegeben. >Hermeneutik/Chladenius, >Perspektive/Chladenius.


1. J.M.Chladenius, Einleitung zur richtigen Auslegung vernünftiger Reden und Schriften, 1742.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Chladenius, Johann Martin

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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