Philosophie Lexikon der Argumente

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Frage: Ein Satz innerhalb eines Kommunikationszusammenhangs, der einen oder mehrere weitere Sätze (Antworten) verlangt. Der Fragesatz wird in vielen Sprachen durch eine gegenüber dem entsprechenden Aussagesatz leicht veränderte Wortstellung sowie ein angehängtes oder vorangestelltes Symbol (Fragesymbol) gekennzeichnet. Eine Antwort ist nicht garantiert und muss nicht erfolgen, damit eine Frage ihre Form und ihren Inhalt behält. Siehe auch Antworten, Aussagen, Befehle, Sätze, Sprechakttheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Robin George Collingwood über Fragen – Lexikon der Argumente

Gadamer I 376
Frage/Antwort/Collingwood/Gadamer: [Collingwood hat in] einer geistreichen und treffenden Kritik der „realistischen“ Oxfordschule den Gedanken einer „Logic of question and answer“ entwickelt, ist aber zu einer systematischen Ausführung leider nicht gekommen.(1) Er hat mit Scharfsinn erkannt, was der naiven Hermeneutik fehlt, die der üblichen philosophischen Kritik zugrunde liegt. CoolingwoodVsTradition: Insbesondere das Verfahren, das Collingwood im englischen Universitätssystem vorfand, die Diskussion von statements, vielleicht eine gute Übung des Scharfsinns, verkennt offenbar die in allem Verstehen gelegene Geschichtlichkeit.
Collingwood These: In Wahrheit kann man einen Text nur verstehen, wenn man die Frage
verstanden hat, auf die er eine Antwort ist. Da man diese Frage aber nur aus dem Text gewinnen kann, mithin die Angemessenheit der Antwort die methodische Voraussetzung für die Rekonstruktion der Frage darstellt, ist die Kritik an dieser Antwort, die man von irgendwo her führt, die reine Spiegelfechterei.
Voraussetzung: Es ist wie bei dem Verstehen von Kunstwerken. Auch ein Kunstwerk wird nur verstanden, indem man seine Adäquation voraussetzt. Auch hier muss die Frage erst gewonnen werden, auf die es antwortet, wenn man es - als Antwort - verstehen will.
Gadamer: In der Tat handelt es sich dabei um ein Axiom aller Hermeneutik (...) >Vollkommenheit/Gadamer, >Geschichte/Collingwood; GadamerVsCollingwood: >Text/Gadamer.


1. Vgl. Collingwoods Autobiographie, die auf meine Anregung hin unter dem Titel „Denken“ in deutscher Übersetzung erschienen ist, S. 30ff., und die ungedruckte Heidelberger Dissertation von Joachim Finkeldei, Grund und Wesen des Fragens, 1954. Eine ähnliche Stellung nimmt schon Croce (der Collingwood beinflußt hat) ein, der in seiner „Logik“ (deutsche Ausgabe S. 135 ff.) jede Definition als Antwort auf eine Frage und daher „historisch“ versteht.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Coll I
R. G. Collingwood
Essays In Political Philosophy Oxford 1995

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Collingwood

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