Philosophie Lexikon der Argumente

Home Screenshot Tabelle Begriffe

Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Wirtschaftstheorien über Begrenzte Rationalit��t - Lexikon der Argumente

Parisi I 61
Begrenzte Rationalität/Wirtschaftstheorien/Jolls: Vielleicht weil sowohl der Nicht-Wissenschafts-Aspekt der begrenzten Rationalität als auch ihr Nicht-Optimierungs-Aspekt so wichtig und weit verbreitet sind, ist es in der Verhaltensökonomie üblich, die begrenzte Rationalität in einer Art und Weise darzustellen, die beide Aspekte mit einbezieht.
Nichtwissen (engl. nonomniscience): Der Begriff "Nichtwissen/Nicht-Allwissenheit" bezieht sich auf die Existenz von empirisch nicht bestätigbaren Tatsachenüberzeugungen - zum Beispiel, dass ein überdimensionales zuckerhaltiges Getränk nur 1% der richtigen täglichen Kalorienzufuhr eines Individuums enthält; (...)* Wenn also eine repräsentative Gruppe
Parisi I 62
- als Gruppe - Überzeugungen hat, die von diesen Zahlen abweichen, dann zeigen zumindest einige Mitglieder der Gruppe "Nichtwissen".
Nicht-Optimierung: Mit "Nicht-Optimierung" (...) wird eine Entscheidungsfindung bezeichnet, die nicht dem von der Erwartungsnutzentheorie postulierten optimierenden Verhalten entspricht.
"Satisficing"/Herbert Simon/Beispiel: Als (...) Veranschaulichung des Simon'schen Konzepts, dass ein Individuum "zufriedenstellend" ist [d.h. nach dem "satisficing" die erstbeste Möglichkeit wählt], anstatt die "optimale" Option zu wählen, stellen Sie sich ein Individuum vor, das beurteilt, ob ein für eine Immobilie (...) angebotener Preis auf oder über einem Niveau liegt, das als "akzeptabel" angesehen wird. Das Individuum, so schreibt Simon, "mag $15.000 als 'akzeptablen' Preis betrachten, alles über diesem Betrag als 'zufriedenstellend', alles darunter als 'unbefriedigend'" und wird dementsprechend das erste erhaltene Angebot von $15.000 oder darüber annehmen, unabhängig davon, ob diese Annahme "optimal" ist (Simon, 1955(2), S. 104). >Optimismus/Bibas, >Verlustaversion/Bibas, >Verständigung im Strafverfahren/Bibas, >Nichtwissen/Jolls, >Verfügbarkeitsheuristik/Wirtschaftstheorien, >Risikowahrnehmung/Wirtschaftstheorien.


* Vergleichen Sie die Kategorie der "Urteilsfehler" in Jolls und Sunstein (2006)(1).


1. Jolls, Christine and Cass R. Sunstein (2006). “Debiasing through Law.” Journal of Legal Studies 35: 199–241.
2.Simon, Herbert A. (1955). “A Behavioral Model of Rational Choice.” Quarterly Journal of Economics 69: 99–118.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Wirtschaftstheorien

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017

Send Link
> Gegenargumente gegen Wirtschaftstheorien

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Y   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z