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Mario J. Rizzo über Selbstregulation – Lexikon der Argumente

Parisi I 64
Selbstregulation/Wirtschaftstheorien/Rizzo/Whitman/Jolls: Die Arbeit von Mario Rizzo und Glen Whitman (2009)(1) zum Thema "Selbstregulation" hebt sowohl den Optimismus von Bibas als auch die Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der Verlustaversion in Bibas' Plea Bargaining (dt. Verständigung im Strafverfahren) Treatment hervor. >Optimismus/Bibas, >Verlustaversion/Bibas.
"Menschen sind von Optimismus befallen", schreiben Rizzo und Whitman (2009(1), S. 916, Hervorhebung weggelassen), "was sie dazu veranlasst, ihre persönliche Wahrscheinlichkeit zu unterschätzen [und] nachteilige Konsequenzen zu erleiden."
Status-quo: Auch Individuen leiden unter einer Verzerrung im "Status-quo: die psychologische Tendenz von Menschen, aktuelle Arrangements beizubehalten", anstatt von ihnen abzuweichen (Rizzo und Whitman, 2009, S. 915). Wie die Verlustaversion ist die Tendenz, "aktuelle Arrangements" beizubehalten, mit einer Rolle für Veränderungen von Zuständen verbunden, anstatt nur Endzustände zu erreichen, und diese Tendenz markiert somit einen ähnlichen Fall von Nicht-Optimierung innerhalb der oben angegebenen Definition.*
Lösung/Rizzo/Whitman: Als Antwort auf diese Formen begrenzt rationalen Verhaltens betonen Rizzo und Whitman (2009, S. 943), dass Menschen "zahlreiche Mittel zur Verfügung haben, um die Auswirkungen" eines solchen Verhaltens abzuschwächen - Mittel zur Abschwächung, die die Autoren als "'self-debiasing' oder 'Selbstregulation' bezeichnen.”
Verzerrung: Wie in der Arbeit von Bibas - hier allerdings auf das Selbst und nicht auf das Rechtssystem angewandt - bezieht sich Rizzo und Whitmans Darstellung von "debiasing" sowohl auf Maßnahmen, die versuchen, optimismusbasiertes Nichtwissen zu reduzieren, als auch auf Maßnahmen, die das Entscheidungsverhalten von nicht-optimierenden Individuen formen. ((s) Zu Nicht-Optimierung und Nichtwissen siehe >Begrenzte Rationalität/Jolls.)

* Siehe Kahneman, Knetsch und Thaler (1991)(2) für eine weitere Diskussion der Beziehung zwischen Verlustaversion und Status-quo-Verzerrung.


1. Rizzo, Mario J. and Douglas Glen Whitman (2009). “The Knowledge Problem of New Paternalism.” Brigham Young University Law Review 2009: 905–968.
2. Kahneman, Daniel, Jack L. Knetsch, and Richard H. Thaler (1991). “Anomalies: The Endowment Effect, Loss Aversion, and Status Quo Bias.” Journal of Economic Perspectives 5: 193–206.


Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Rizzo, Mario J.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017

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