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Entropie: In der Physik ist die Entropie ein Maß für die Unordnung eines Systems. Sie ist eine thermodynamische Größe, die mit dem Buchstaben S bezeichnet wird und die Einheiten Joule pro Kelvin (J/K) hat. Die Entropie wird oft als Maß für die Anzahl der möglichen mikroskopischen Konfigurationen eines Systems beschrieben, die mit seinem makroskopischen Zustand vereinbar sind. Je höher die Entropie eines Systems ist, desto ungeordneter ist es. Siehe auch Zeitumkehr, Zeit, Symmetrien, Asymmetrie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Bernulf Kanitscheider über Entropie – Lexikon der Argumente

I 256/257
Entropie/Universum/Kanitscheider: die Photonen der Hintergrundstrahlung liefern den Löwenanteil zur Entropie des Universums. Alle später von den Sternen bei der Kernfusion produzierten Photonen sind dagegen verschwindend.
Nun bildet die Zahl der Photonen ein Maß für die Entropie des Universums. Und zwar, weil sie der am wenigsten geordnete Zustand der thermischen Energie eines Systems sind, weil hier die Zahl der möglichen Zustände am größten ist, während die Nukleonen einen entsprechend größeren Ordnungstypus repräsentieren, wegen weniger Kombinationsmöglichkeiten.
Diese wird durch die reine Expansion selbst nicht beeinflusst! (Die Expansion ist adiabatisch und deshalb isentropisch (sic)).
Wegen der geringen Entropieproduktion der Sterne bleibt die Entropie des Universums fast konstant.
Die hohe spezifische Entropie des Universums (die Zahl der Photonen pro Baryon
s = N(γ)/N(b) +108. bestand schon zur Zeit der Plasmarekombination bzw. beim Übergang von der strahlungsdominierten zur materiedominierten Ära.
Das suggeriert gewichtige dissipative Glättungsvorgänge in der Frühzeit. Aber selbst das führt zu einem viel zu hohen Wert, wenn man von einem anfänglich chaotischen Zustand ausgeht.
Der tatsächliche Wert fordert, dass das Universum 10 35 sec nach dem Urknall bereits homogen war.
I 257/58
Lässt man eine raumartige Hyperfläche durch unseren Vergangenheitslichtkegel schneiden und betrachtet die einzelnen Ereignisse auf dieser Hyperfläche, so lässt sich aufgrund der obigen Zusammenhänge behaupten, dass alle Ereignisse vermutlich eine Singularität in ihrer Vergangenheit besitzen, weil der hohe Homogenitätsgrad zu frühen Zeiten die Konvergenz der von diesen Ereignispunkten aus vergangenheitsgerichteten zeitartigen Geodäten bedingt.
>Universum/Kanitscheider
, >Raumzeit/Kanitscheider.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Kanitsch I
B. Kanitscheider
Kosmologie Stuttgart 1991

Kanitsch II
B. Kanitscheider
Im Innern der Natur Darmstadt 1996

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