Philosophie Lexikon der Argumente

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Mögliche Welt: eine Entität, über die quan tifiziert werden kann. Es gibt eine Debatte darüber, ob mögliche Welten existieren oder ob sie nur für die Durchführung von Vollständigkeitsbeweisen angenommen werden sollten. Siehe auch Aktualismus, Aktuale Welt, Modallogik, Modaler Realismus, Möglichkeit, Possibilia, Quantifikation.
 
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Stalnaker I 32
Mögliche Welten/Robert Adams: wenn es wahre Sätze gibt, in denen von der Existenz von nichtaktualen möglichen Welten die Rede ist, müssen diese reduziert werden können auf Sätze, in denen nur Dinge aus der aktualen Welt erwähnt werden, die nicht identisch mit nichtaktualen Möglichkeiten.
StalnakerVsAdams: ich sehe nicht, wieso das nötig sein sollte.
Mögliche Welten /Stalnaker. Zwei Fragen:
1. Sind sie wirklich so obskur?
I 33
2. Verpflichtet uns der Glaube an mögliche Welten und die indexikalische Analyse der Aktualität uns auf extremen Realismus? Sicher nicht.
Welt-Geschichten/world-story/Mögliche Welten/Robert Adams: These: eine Welt-Geschichte ist eine maximal konsistente Menge von Propositionen. Der Begriff einer möglichen Welt kann in einer kontextuellen Analyse in Begriffen von Welt-Geschichten gegeben werden.
Proposition/Wahrheit/Adams/Stalnaker: eine Proposition ist wahr in einigen oder allen möglichen Welten, wenn sie ein Element von einigen oder allen Welt-Geschichten ist.
StalnakerVsAdams: in seinem Ansatz gibt es drei undefinierte Begriffe: Proposition, konsistent und kontradiktorisch.
Propositionen/Adams/Stalnaker: können als sprach-unabhängige, abstrakte Objekte vorgestellt werden. Sie haben Wahrheitswerte.
Konsistenz/Adams/Stalnaker: ist eine Eigenschaft von Mengen von Propositionen. Man kann sie in Begriffen von möglichen Welten definieren, in denen alle Propositionen wahr sind.
I 34
Zwei Bedingungen für Konsistenz:
(W1) Die Menge aller wahren Propositionen ist konsistent
(W2) Jede Teilmenge einer konsistenten Menge ist konsistent.
Kontradiktion/Adams/Stalnaker: könnte in Begriffen von Konsistenz definiert werden:
A und B sind kontradiktorisch, gdw.
{A,B} nicht konsistent ist
und für jede konsistente Menge von Propositionen Γ ist entweder
Γ U {A} oder Γ U {B} konsistent.
Die Theorie setzt voraus:
(W3) Jede Proposition hat eine Kontradiktion.
Proposition/Adams/Stalnaker: das ist eine minimale Theorie von Propositionen. Sie erlegt den Propositionen keinerlei Struktur auf, außer was für Verträglichkeit, Implikation und Äquivalenz gebraucht wird. Und um sicherzustellen dass z.B. die richtige Art von Implikation vorliegt. Bsp Implikation:
Def Implikation/Proposition/Stalnaker: (hier): A impliziert B gdw. eine Menge bestehend aus A und einer Kontradiktion von B nicht konsistent ist.
(W1) und (W2) stellen sicher, dass unsere Implikation die richtigen Eigenschaften hat.
Stalnaker I 36
Proposition/Mögliche Welt/Stalnaker: eine Analyse von Propositionen als Welten liefert Definitionen von Konsistenz usw. in Begriffen von mengentheoretischen Relationen zwischen Mengen von Welten.
Welt-Geschichten-Theorie/Adams/Stalnaker: die Theorie der Welt-Geschichten ist schwächer, weil sie Fragen offen lässt, die die Analyse von Propositionen als Welten klärt.
Die folgenden zwei Thesen sind Konsequenzen der Mögliche-Welten -Theorie aber nicht der Welt-Geschichten-Theorie:
(W5) Abgeschlossenheits-Bedingung: Für jede Menge von Propositionen G gibt es eine Proposition A so dass G A impliziert und A impliziert jedes Element von G.
Stalnaker: d.h. ist, dass für jede Menge von Propositionen es eine Proposition gibt die sagt, dass jede Proposition in der Menge wahr ist.
Proposition/Abgeschlossenheit/Stalnaker: was auch immer Propositionen sind, wenn es welche gibt, gibt es auch Mengen von ihnen. Und für jede Menge von Propositionen ist es definitiv wahr oder falsch, dass alle ihre Elemente wahr sind.
Und dies ist natürlich wieder eine Proposition.
Also nehme ich an, dass der Welt-Geschichten-Theoretiker (W5) zu seiner Theorie hinzufügen will.
(W6) Äquivalente Propositionen sind identisch.
Problem: die Probleme von (W6) sind bekannt. ((s) >Hyperintensionalismus/Hyperintentionalität: Sätze, die in denselben Welten wahr sind, sind ununterscheidbar, Äquivalenz von „Schnee ist weiß“ mit „Gras ist grün“ usw. VsSemantik möglicher Welten).



Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

> Gegenargumente gegen Adams
> Gegenargumente zu Mögliche Welten



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.05.2017