Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
 
Referenz, Philosophie: Mit Referenz wird a) die Relation zwischen einem Ausdruck und einem oder mehreren Gegenständen also die Bezugnahme oder b) der Gegenstand (Bezugsgegenstand) selbst gemeint. Terminologische Verwirrung entsteht leicht dadurch, dass der Autor, auf den dieser Begriff letztlich zurückgeht - G. Frege - von Bedeutung sprach (im Sinn von „auf etwas deuten“). Man nennt Referenz daher manchmal auch Fregesche Bedeutung im Gegensatz zu Fregeschem Sinn, der das bezeichnet, was wir heute Bedeutung nennen. Siehe auch Bedeutung, Sinn, Intension, Extension.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
Bücher bei Amazon
Frank I 87
Referenz/Frege/Anscombe: es gibt keinen Weg zurück von der Referenz zum Sinn. Jedes Objekt besitzt viele Weisen der Gegebenheit oder Beschreibungsmodi.
Intension/"Ich"/Anscombe: wegen der Eigentümlichkeit der Konstruktion gelingt es, ein Objekt zu bestimmen, trotz der theoretisch vielen Möglichkeiten der Weise des Gegebenseins: denn wir wollen ja nicht annehmen: "Smith realisiert nicht die Identität mit Smith".
Wenn wir das Reflexivum im gewöhnlichen Sinn ansähen, wäre das allerdings möglich.
"ich"/Spezielles Reflexivum/Anscombe: kann nur vom Standpunkt der ersten Person aus erklärt werden.
Frege: wir haben den Sinn nicht schon erfasst, wenn mitgeteilt wird, von welchem Objekt ein Mensch sprechen wird, wenn er "ich" sagt ob er es nun weiß oder nicht.
Allerdings garantiert der Gebrauch von "ich" sicher, dass der Sprecher es weiß, Aber wir haben immer noch ein Recht zu fragen, was er weiß!


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

> Gegenargumente gegen Anscombe
> Gegenargumente zu Referenz



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 29.06.2017