Philosophie Lexikon der Argumente

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Externalismus, Philosophie: Die These, dass die Bedeutungen der Wörter teilweise von der Umgebung abhängen, in der wir uns befinden; a) durch den Einfluss der Sprachgemeinschaft (Gebrauchstheorie), b) durch die Möglichkeit, überhaupt in Kontakt mit Gegenständen zu treten, um sich auf sie beziehen zu können (Referenz, Bekanntschaft). Siehe auch Zwillingserde, Anti-Individualismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Esfeld I 149
Sozialer Externalismus/Esfeld: wird vom sozialen Holismus impliziert, da die Überzeugungen zumindest zum Teil durch die soziale Umgebung individuiert werden. (Individuation). (Lager: Tyler Burge, 1979).
Burge: Bsp Angenommen, alle internen Faktoren einer Person bleiben gleich, während die soziale Umwelt variiert wird.
I 149/159
So kann man zeigen, dass die Umwelt dazu beiträgt, welchen Inhalt die Überzeugungen einer Person haben. Die Gegenposition nennt Burge "Individualismus" ((s) Die These, dass Überzeugungen nicht von der Umwelt abhängen.
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Frank I 29
Externalismus/Burge: versucht, diesen mit Descartes zu versöhnen: kein Konflikt zwischen E., und wahrnehmungsunabhängigem Selbstbewusstsein:
was die Denkinhalte bestimmt, bestimmt auch, was das denkende Subjekt über sie meint. (gemeinsame Ursache).
Um den Gedanken zu denken, muss man nicht die ermöglichenden Bedingungen kennen. Es genügt, dass sie erfüllt sind.
Frank I 664
Externalismus/Burge: es gibt aber noch einen anderen Weg, auf dem externe Faktoren in die Bestimmung der Inhalte des Denkens Eingang finden: "Gedankenexperiment" (Davidson: trifft zufällig auf mich zu):
Bsp bis vor kurzem glaubte ich, Arthritis sei eine Gelenkentzündung, die von Kalziumeinlagerungen herrührt. Ich wusste nicht, dass jede Gelenkentzündung, z.B. Gicht, auch als Arthritis zählt.
Als ein Arzt mir (fälschlicherweise) mitteilte, dass ich Gicht habe, glaubte ich, Gicht zu haben, aber nicht, Arthritis zu haben.
Burge: Bsp stellen wir uns eine mögliche Welt vor, in der ich physisch derselbe bin, aber das Wort "Arthritis" tatsächlich nur auf kalziumverursachte Gelenkentzündungen angewendet wird.
Dann wäre der Satz "Gicht ist keine Form von Arthritis" wahr und nicht falsch.
Die entsprechende Überzeugung wäre nicht die falsche Überzeugung gewesen, dass Gicht keine Form von Arthritis ist (also doch falsch), sondern eine wahre Überzeugung, über eine andere Krankheit als Arthritis.
Doch in dieser Welt sind alle meine physischen Zustände und mein Verhalten dieselben wie in dieser Welt.
Meine Überzeugung hätte sich geändert, aber ich hätte keinen Anlass, das zu glauben und folglich wüßte ich in einem solchen Fall nicht, was ich glaubte. Davidson pro.
Burge: das ist davon abhängig, dass man einen Begriff nur unvollkommen beherrscht und dennoch einen Inhalt glaubt.
Fra I 665
Das ist aber für eine große Zahl von Ausdrücken gang und gäbe oder normal.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.10.2017