Philosophie Lexikon der Argumente

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Intentionalität: Die Fähigkeit von Menschen und höheren Tieren, sich auf Gegebenheiten wie Dinge und Zustände zu beziehen und darauf zu reagieren. Begriffe, Wörter und Sätze beziehen sich auch auf etwas, haben aber keine Intentionalität. Dieses sprachliche Sichbeziehen nennt man stattdessen Referenz.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Geach I 129
Intentionalität/Buridan/Geach: (14. Jahrh.). Es soll um intentionale Verben zwischen zwei Eigennamen gehen. Bsp "suchen nach", "schießen auf",
I 130
"hoffen, ___ wird ein besserer Mensch als sein Vater" , "glaubt, ___ sei ein Halunke".
Def salva congruitate: Ersetzen, bei dem die Satzstruktur erhalten bleibt. Bei der Satzstruktur geht es hier darum, ob "irgend ein A" , "jedes A", "das einzige A" erhalten bleibt, bzw. ob "A" weiterhin einen einfachen oder komplexen Term repräsentiert.
Möglichkeit/möglich/Modalität/Modallogik/Buridan/Geach: es gibt obskure Passagen bei Buridan, in denen über Möglichkeiten quantifiziert: z.B. mögliche Pferde.
Dabei wird ein allgemeiner Term "gedehnt,", so dass er für wirkliche und mögliche Objekte gleichzeitig steht.
Bsp "Jemand ist notwendig verdammt": ein wirklicher oder möglicher Mann ist verdammt.
Intentionalität/Buridan/Geach: Bsp "schulden": "Ich schulde dir ein Pferd".
Problem: gibt es ein bestimmtes Pferd, das ich dir schulde?
Hier werden keine "möglichen Pferde" mobilisiert.
intentionale Gegenstände/Geach: müssen hier nicht als "Sinn" von Ausdrücken eingeführt werden, so als ob ihr Besitz jemand statt des wirklichen Pferdes zufrieden stellen könnte.
Dennoch ist der Sinn (Buridan: "ratio") bei intentionalen Verben irgendwie wichtig.
Buridan: der Ausdruck, "appelliert" (appellat") an
I 131
seine eigene "ratio". (Evoziert sie).
D.h. der Wahrheitswert könnte sich ändern, wenn die "ratio", der "Sinn" des intentionalen Ausdrucks sich ändert. ((s) Während der Ausdruck wörtlich derselbe bleibt).
Auch wenn der Ausdruck sich noch auf dasselbe Ding in der Welt bezieht.
Bsp Buridan: Wenn etwas weiß und süß ist, kann ich wahrheitsgemäß sagen: "Ich habe etwas Weißes gesehen" aber nicht: "ich habe etwas Süßes gesehen".
Geach: ich kann aber sagen: "Da ist etwas Süßes, was ich mit dem Gesichtssinn ausgemacht habe". (Oder eben: "da ist etwas Süßes, das ich gesehen habe". ).
Ich unterscheide etwas unter der "ratio", dass...
Unterschied: "b f't ein A" ("B sieht ein A") oder
"Da ist ein A, das b f't". (Im Lateinischen entspricht dem nichts).
Referenz/Intentionalität/Austin/Geach: Unterschied: Bsp "Ich sah einen Mann der in Jerusalem geboren war" "Ich sah einen Mann, der in Oxford vorbeilief".
I 132
Intentionalität/Buridan: von "Es gibt ein A das b F't" kann man nicht schließen : "b F't A", denn man kann nicht sicher sein, dass es unter diesem Aspekt (ratio) ist, dass b A wahrnimmt (daran denkt usw.)
Wohl aber: von "b F't A" auf
Es gibt irgend etwas, das b F't".
GeachVs: Buridan nimmt sogar noch mehr an, aber sogar dieses ist zweifelhaft.
Intentionalität/Geach: muss man als drei stellige Relation annehmen: zwischen einer Person, einem Verb und einem Objekt.
Für ein z, b F't z unter der ratio: A
Für ein z, und für ein w: z ist ein A und b F't z unter der ratio w.
Für das Bsp von Austin:
Für ein z, z ist ein Mann und ich sah z in Oxford unter dem Aspekt: "rannte vorüber"
Für ein z, z ist ein Mann und z ist in Jerusalem geboren, und für ein w, ich sah z unter dem Aspekt w
GeachVsBuridan: Problem: bei ihm muss man über rationes (Aspekte) quantifizieren!
Ich bin dabei gar nicht beeindruckt, wenn über mysteriöse Entitäten geredet wird, nur, was sind sie?
Es ist in Ordnung, über alles mögliche zu quantifizieren, wenn man Identifikationskriterien (ein Individuationsprinzip) dafür angeben kann.
Aber für rationes bekommen wir bei Buridan keinen Hinweise auf solche Kriterien.
I 133
Diese Lücke macht Buridans Ansatz bestenfalls schematisch.





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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.10.2017