Philosophie Lexikon der Argumente

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Referenz, Philosophie: Mit Referenz wird a) die Relation zwischen einem Ausdruck und einem oder mehreren Gegenständen also die Bezugnahme oder b) der Gegenstand (Bezugsgegenstand) selbst gemeint. Terminologische Verwirrung entsteht leicht dadurch, dass der Autor, auf den dieser Begriff letztlich zurückgeht - G. Frege - von Bedeutung sprach (im Sinn von „auf etwas deuten“). Man nennt Referenz daher manchmal auch Fregesche Bedeutung im Gegensatz zu Fregeschem Sinn, der das bezeichnet, was wir heute Bedeutung nennen. Siehe auch Bedeutung, Sinn, Intension, Extension.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Geach I 94
Referenz/Geach: These die Referenz eines Ausdrucks in einem Satz muss immer irgendwie unahbängig von Wahrheitswert spezifiziert werden können!
Bsp wenn eine Frage mit "ja" oder "nein" zu beantworten ist, muss die Referenz der Ausdrücke in der Frage irgendwie spezifizierbar sein, unabhängig davon, was die richtige Antwort ist. (s) Ohne dass man vorher weiß, ob "ja" oder "nein". DF Drittes.
Geach: ein modifizierter Paralogismus von Buridan: Bsp
In der Frage: "Ist A ein Esel?" soll A für Sie stehen, wenn die richtige Antwort "Ja" ist und für Brownie, den Esel auf der Dorfweide, wenn die richtige Antwort "Nein" ist.
Konsequenz: wenn die richtige Antwort "ja" ist, dann sind sie ein Esel wenn "nein", dann ist Brownie kein Esel!
Also: entweder sind Sie ein Esel, oder Brownie ist kein Esel.
Aber Brownie ist ein Esel, also: sind Sie ein Esel!
Buridan/Geach: die Referenz von "A" muss vorher feststehen, bevor die Frage geäußert wird! Unabhängig davon, ob der Satz der "A" enthält, wahr ist oder falsch. Referenz muss unabhängig sein vom Wahrheitswert.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017