Philosophie Lexikon der Argumente

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Ontologie: Die Menge der materiellen oder immateriellen Gegenstände, von denen eine Theorie annimmt, dass sie Aussagen über sie treffen kann. Nach klassischer Logik muss dazu von einer Existenzannahme ausgegangen werden. In anderen Wissensgebieten wird die Frage, ob z.B. Relationen wirklich existieren oder bloß gedankliche Konstrukte sind, nicht immer als entscheidend angesehen, solange man damit arbeiten kann. Immaterielle Gegenstände sind z.B. sprachliche Strukturen in der Linguistik. Siehe auch Existenz, Mathematische Entitäten, Theoretische Entitäten, Theoretische Termini, Realität, Metaphysik, Wirklichkeit, Semantic Web.
 
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I 286
Ontologie/Aspekte/Information/psychisch/physisch/Chalmers: wenn wir von phänomenaler und physikalischer (physikalisch realisierter) Information sprechen, wie ernst müssen wir die ontologischen Implikationen nehmen? In welchem Maß wird Information hier reifiziert? Heißt es, dass das physikalische, das Phänomenale oder beides ontologisch abhängig vom Informationalen sind?
I 301
Ontologie/Chalmers: wenn wir Information als etwas mit zwei Aspekten auffassen, welcher ist dann primär? Sind Informationsräume und Informationszustände nur nützliche Konstrukte oder sind sie ontologisch fundamental, Ist Information primär oder das Physische und das Phänomenale?
I 302
Eigenschaftsdualismus/Chalmers: ich möchte über ihn hinausgehen, dann bei ihm sind die zwei Aspekte bloß getrennt. Ich möchte die Rolle, die die > Information spielt, ernster nehmen. Wir werden spekulative Metaphysik betreiben.
In physikalischen Theorien werden fundamentale Zustände als Informationszustände individuiert. Während die Physik uns nicht sagt, was Masse oder Ladung ist, hat sie es mit Differenzen und Lokalisierungen in den entsprechenden Informationsräumen zu tun. Die Physik macht auch keinerlei Aussagen darüber, wie die Informationszustände realisiert sind, solange die kausale oder dynamische Struktur korrekt erfasst ist.
I 303
So könnte das Universum ein gigantischer Computer sein.
Fredkin: (1990) These: das Universum könnte ein riesiger zellulärer Automat sein.
Leckey: (1993) These: die Raumzeit könnte in einem Computerprozess fundiert sein mit unterschiedlichen Schichten (registers) mit geeigneten Kausalrelationen zwischen ihnen für jede Grundeigenschaft der Welt.
Ontologie/Chalmers: dann hätte man ein Bild der Welt als einer Welt reiner Information. Nach dieser Sichtweise ist es ein Fehler, mehr über die Welt sagen zu wollen.
I 304
VsWheeler/VsFredkin: 1. Phänomenale Eigenschaften haben eine intrinsische Natur, die durch die Lokalisierung im Informationsraum erschöpft ist.
2. Der Begriff eines reinen Informationsflusses ist nicht kohärent. Könnte es nicht Unterschiede geben, die nicht ihrerseits wieder in Unterschieden irgendeiner zugrunde liegenden Eigenschaft fußen? Unterschiede müssen immer Unterschiede in etwas sein.
Lösung/VsVs/Chalmers: wir könnten direktes Wissen über eine intrinsische Natur in der Welt haben und diese könnte dafür gebraucht werden, Informationszustände zu begründen.
I 305
Chalmers: so können wir den Vorschlag von Russell aufgreifen und sagen, die unbekannten intrinsischen Eigenschaften der Welt sind phänomenale (oder protophänomenale) Eigenschaften. Russell brauchte sie als den Kausaleigenschaften der Physik zugrunde liegend, wir brauchen sie für die Fundierung der Informationszustände. Wir können damit zwei Probleme gleichzeitig lösen.
Chalmers These: die Informationsräume, die die Physik verlangt sind ihrerseits gegründet in phänomenalen oder protophänomenalen Eigenschaften. Jedes Mal wenn eine Masse oder eine Ladung realisiert ist, steckt eine mikrophänomenale Eigenschaft dahinter. Die letztlichen Unterschiede sind mikrophänomenale Unterschiede. Damit haben wir auch zwei Aspekte. >Phänomenologie/Chalmers.

Cha I
D.Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

> Gegenargumente gegen Chalmers
> Gegenargumente zu Ontologie



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017