Philosophie Lexikon der Argumente

 
Reduktion, Philosophie: Die Zurückführung einer Menge von Aussagen auf eine andere Menge von Aussagen durch Umformulierung und Ersetzen von Begriffen eines Gegenstandsbereichs durch Begriffe aus einem anderen Gegenstandsbereich. Dabei muss es Bedingungen für die Ersetzbarkeit eines Begriffs aus dem ersten Bereich durch einen Begriff aus dem zweiten Bereich geben. Ein Beispiel für eine Reduktion ist das Zurückführen mentaler Begriffe auf physikalische Begriffe oder auf Verhalten. Siehe auch Brückengesetze, Reduktionismus, Übersetzung, Identitätstheorie, Materialismus, Physisch/psychisch, Physikalismus, Eliminativismus, Funktionalismus, Rollen, Unbestimmtheit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 43
Reduktion/Erklärung/Chalmers: eine reduktive Erklärung eines Phänomens impliziert nicht die Reduktion dieses Phänomens auf etwas anders.
Erklärung: bedeutet nicht Identifikation mit etwas anderem, insbesondere nicht mit etwas auf einer niedrigeren Ebene. (Chalmers I 264 Reduzierbarkeit: die Tatsache, dass multiple Realisierbarkeit möglich ist, wird von manchen Autoren als Gegenargument zu einer Reduzierbarkeit angesehen. Aber: BrooksVs: (Brooks 1994): erklärt das für irrelevant. Ebenso Wilson (1985) und Churchland (1986) so paradigmatisch reduzierbare Fälle wie Bsp Temperatur sind tatsächlich multipel realisierbar.)
Reduktion: sollte auch nicht mit Reduktion in Richtung auf eine höherstufige Theorie gleichgesetzt werden. Manchmal gibt es eine solche Theorie gar nicht.
I 46
Bewusstsein/Erklärung/Reduktion/Chalmers: wir brauchen so etwas wie ein Kognitives Modell, d.h. ein Modell der abstrakten kausalen Organisation, ohne dass wir die physikochemischen Substrate spezifizieren müssten.
Das geht sehr gut für psychologische Aspekte, nicht aber für die phänomenale Seite.
I 47
Erklärungslücke: gibt es also zwischen der psychologischen und der phänomenalen Seite des Bewusstseins (Levine 1983).
I 48
Reduktive Erklärung: ist immer möglich, wenn das zu Erklärende (z.B. das natürliche Phänomen) global logisch superveniert auf dem Erklärenden (z.B. dem Physikalischen). Wenn die Supervenienz nicht global ist, bleibt immer die Frage: warum ist dieser Prozess begleitet von diesem Phänomen?
I 49
Reduktion: beseitigt nicht immer ein „Mysterium“ auf der resultierenden Ebene, eliminiert aber vielleicht die Annahme, es müsse noch etwas Zusätzliches geben, das vorgeht.
I 50
Bewusstsein/Chalmers: hier schlägt logische Supervenienz bei der Erklärung fehl.
I 104
Reduktion/Bewusstsein/Chalmers: aus den Argumenten der Vertauschten Spektren, des Fledermaus-Beispiels, der Farbenforscherin Mary folgt noch nicht zwingend, dass es keine reduktive Erklärung des Bewusstseins gibt. (Das wäre gleichbedeutend damit, dass Bewusstsein nicht logisch auf physikalischen Tatsachen superveniert).
Analyse/Analysierbarkeit/Bewusstsein/Chalmers: ein letztes Argument für die Irreduzibilität ist, dass keine Analyse des Bewusstseins aus physikalischen Tatsachen heraus verfügbar ist.
I 105
Problem: Argumente, die sich auf bessere Unterscheidungen oder bessere Information in der Zukunft berufen, müssen scheitern. Sie haben wiederum nicht das, worauf es ankommt, das bewusste erleben! Auch wenn bewusste Zustände gewisse kausale Rollen spielen können, sind sie nicht definiert durch ihre kausalen Rollen.
Man könnte z.B. Unterscheidungsfähigkeit auch ohne Bewusstsein erklären.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Cha I
D.Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

> Gegenargumente gegen Chalmers
> Gegenargumente zu Reduktion

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.09.2017