Philosophie Lexikon der Argumente

 
Theorien: Theorien sind Aussagensysteme zur Erklärung von Beobachtungen z.B. von Verhalten oder physikalischen, chemischen oder biologischen Prozessen. Beim Aufstellen von Theorien werden ein Gegenstandsbereich, ein Vokabular der zu verwendenden Begriffe und zulässige Methoden der Beobachtung festgelegt. Ziel der Theoriebildung ist außer Erklärungen Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit von Beobachtungen. Siehe auch Systeme, Modelle. Experimente, Beobachtung, Beobachtungssprache, Theoretische Termini, Theoretische Entitäten, Voraussagen, Analogien, Vergleiche, Beweise, Verifikation, Reduktion, Definitionen, Definierbarkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 165
Bewusste Erfahrung/Bewusstsein/Theorien/Chalmers: drei Typen von Theorien:
A. Bewusstsein superveniert logisch auf dem Physischen, aus funktionalen und eliminativistischen Gründen.
I 166
B. Bewusstsein superveniert nicht logisch, es gibt keine a priori Implikation vom Physischen auf das Phänomenale, aber dennoch ist der Materialismus wahr
C. VsMaterialismus und Vs Logische Supervenienz.
A. Varianten: Eliminativismus, Behaviorismus, reduktiver Funktionalismus.
1. Physikalische und funktionale Zwillinge von uns ohne bewusste Erfahrungen sind unvorstellbar
2. Mary lernt nichts neues, wenn sie zum ersten Mal rot sieht.
3. Alles über Bewusstsein kann funktional erklärt werden.
Vertreter: Armstrong (1968), Dennett (1991), Lewis (1966), Ryle (1949).
Varianten: Dretske (1995), Rey (1982), Rosenthal (1996), Smart (1959), White (1986), Wilkes (1984),
B: Varianten: Nichtreduktiver Materialismus. Die einzige nichtwidersprüchliche Variante nimmt starke metaphysische Notwendigkeit als entscheidend an.
1. Zombies und vertauschte Spektren sind vorstellbar, aber metaphysisch unmöglich
2. Mary lernt etwas neues, wenn sie Rot sieht, aber das ist mit einer Analyse im Loar-Stil ((s) semantisch) erklärbar.
3. Bewusstsein, kann nicht reduktiv erklärt werden, ist aber dennoch physisch.
Vertreter, nicht explizit, aber näherungsweise: Levine (183, 1993), Loar (1990).
Andere, die Physikalismus ohne logische Supervenienz annehmen: Byrne (1993), Flanagan (1992), Hill (1991), Horgan (1984b), Lycan (1995), Papineau (1993), Tye (1995), van Gulick (1992).
C. Verschiedene Varianten des Eigenschaftsdualismus. Materialismus wird als falsch angenommen, gewisse phänomenale oder protophänomenale Eigenschaften werden als irreduzibel angenommen.
1. Zombies und vertauschte Spektren sind logisch und metaphysisch möglich.
2. Mary lernt etwas Neues und zwar nichtphysikalische Tatsachen
3. Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, wohl aber nichtreduktiv durch zusätzliche Naturgesetze.
Vertreter: Campbell (1970), Honderich (1981), Jackson (1982), H. Robinson (1982), W. Robinson (1988), Sprigge (1994).
I 167
Die entscheidende Wahl ist die zwischen Theorien vom A-Typ und dem Rest.
I 213
Theorie/Chalmers: wenn Bewusstsein auch nicht reduktiv erklärt werden kann, kann es doch eine nichtreduktionistische Theorie des Bewusstseins geben. Eine solche Theorie wird ähnlich sein wie die Theorien, die die Physik uns über Bewegung, Raum und Zeit gibt. Die Existenz dieser Entitäten wird nicht aus etwas grundlegenderem abgeleitet. Stattdessen werden Gesetze über sie angegeben.
I 216
Erste Person/Chalmers: Problem: mit der Perspektive der ersten Person sind eine Menge sich widersprechender Theorien möglich: z.B. der Solipsismus, Panpsychismus, usw.
I 218
Wenn wir nur herausfinden würden, welche Theorie des Bewusstseins besser ist als ihre Mitbewerber, hätten wir schon viel gewonnen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Cha I
D.Chalmers
The Conscious Mind Oxford New York 1996

Cha II
D. Chalmers
Constructing the World Oxford 2014

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.09.2017