Philosophie Lexikon der Argumente

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Interpretation: A. Das Aufstellen von Aussagen über andere Aussagen, wobei sich die neuen Aussagen des Vokabulars der ursprünglichen Aussagen bedienen sowie eventuell neues Vokabular einführen. Wird kein neues Vokabular eingeführt, kann neue Information durch Umstellung der syntaktischen Elemente gewonnen werden.
B. In der Logik das Einsetzen von Werten (Gegenständen) anstelle der Konstanten bzw. freien Variablen.


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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John Dupré Gespräche mit Affen Reflexionen über die wissenschaftliche Erforschung der Sprache in D. Perler/M. Wild (Hg.) Der Geist der Tiere, Frankfurt 2005

Perler I 301
Interpretation/SeboekVsAffensprachen Forschung: drei Hauptlinien der Kritik:
1. Ungenaue Beobachtung und/oder Aufzeichnung
2. Überinterpretation des Affenverhaltens.
3. Unbewusste Beeinflussung ("Kluger Hans Effekt").
ad. 1. die Aufzeichnungen über Washoes Verhalten weichen von den Videoaufnahmen ab: Bsp statt des Zeichens für „du mir/mich" in Wirklichkeit das für "du mir/mich du aus mir".
ad 2. Überinterpretation: "wenn wir aus der durcheinandergeratenen Nachricht extrahieren können, was der Affe zu sagen versucht, kann dies der Affe auch"!.
Es wird vom Zuhörer immer ein Maß an Interpretation verlangt.
I 302
pro. Schimpansen agieren meist auf einem Niveau hoher Aufregung.
I 303
Interpretation/Dupré: die umstrittenen Interpretationen der Gebärdenzeichen von Affen erfordern die Annahme eines theoretischen Hintergrunds, dem zufolge die Affen versuchen, etwas zu kommunizieren.
Und das ist nicht unumstritten!
I 304
Man kann unmöglich fragen, ob Affen etwas sagen, ohne zumindest als Arbeitshypothese anzunehmen, dass sie genau dies versuchen.
Reproduzierbarkeit/Test/Dupré: die angestrebte Reproduzierbarkeit steht gerade im Widerspruch zur erhofften Spontaneität, die besonders schwer zu wiederholen ist.
a) Sprache als Menge von Stereotypen aufgefasst, soll rein kausale und semantisch unschuldige Manipulation sicherstellen, lässt eher Wiederholungen zu,
b) Kreative Sprache: weniger Wiederholungen zu erwarten.
ad 3: Der Trainer eines Affen verbringt einen Großteil seines Lebens (und des Affen) mit diesem zu. Distanz und Emotionslosigkeit ist hier einfach nicht zu erwarten!
I 306
Interpretation/Dupré: hier liegt immer eine (wenn auch nicht unbedingt fatale) Zirkularität.
Symbolverwendung/Tier: Affen sind ohne aufwendiges Training nicht in der Lage, von einer Art der Verwendung zu verallgemeinern.
Dupré: offensichtlich können Affen aber lernen Symbole zu verwenden, auf Abwesendes Bezug nehmen und Handlungen anzukündigen. Sie können sich sogar gegenseitig Symbole beibringen.
I 307
Ein Zwergschimpanse erwarb sprachliche Fähigkeiten ohne besonderes Training.
Orang Utans: schneiden trotz ruhigeren Temperaments bei verschiedenen kognitiven Tests besser ab als Schimpansen oder Gorillas.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tie I
D. Perler/M. Wild (Hg)
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.06.2017