Philosophie Lexikon der Argumente

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Rationalität, Philosophie: die Fähigkeit eines Wesens, sich aufgrund von Verallgemeinerungen seiner Erfahrungen bewusst einer Situation anzupassen. Es kann dann auch rational sein, etwas Neues lernen zu wollen. Siehe auch System, Ordnung, Kreativität, Entdeckungen, Bewertung, Wiederholung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 206
Rationalität/Vernunft/Wissenschaft/Theorie/Feyerabend: die Kirche zur Zeit Galileis hielt sich viel enger an die Vernunft als Galilei selber, und sie zog auch die ethischen und sozialen Folgen der Galileischen Lehren in Betracht. Ihr Urteil gegen Galilei war rational und gerecht, und seine Revision lässt sich nur politisch opportunistisch rechtfertigen.
I 212
Kirche/Galilei/Feyerabend: die Kirche war keinesfalls dogmatisch. Sie sagte nicht: was der Bibel, so wie wir sie verstehen, widerspricht, das ist falsch. Wissenschaftliche Wahrheiten wurden von ihr nicht beiseitegeschoben, sie wurden vielmehr verwendet, um traditionelle Auffassungen über den Sinn bestimmter Bibelstellen zu revidieren. Bsp ist es gibt viele Bibelstellen in denen die Erde eindeutig als flach beschrieben wird. Dennoch war die Auffassung von der Kugelförmigkeit der Erde schon im elften Jahrhundert ein fester Bestandteil der Kirchenlehrer.
Die Kirche wollte allerdings präzise Beweise, keine vagen Vermutungen (z. B. schlechte Beobachtungen mit dem Fernrohr). Daher wurde Galilei im Prozess verboten, die Kopernikanische Lehre als Wahrheit vorzutragen! Sie wurde ihm aber als Hypothese gestattet!
I 214
Galilei/Feyerabend: hatte nur Verachtung für Menschen, die sich nicht mit ihm den die feinen Regionen des mathematischen Denkens erheben konnten: »der ungebildete Pöbel«. Er erscheint in der Betrachtung weniger aufgeschlossen als die Kirche.
Kardinal Bellarmine/Feyerabend: man muss Autoren gegenüber, die behaupten, die Sonne stehe im Mittelpunkt, sehr vorsichtig sein. Vielleicht verstehen wir sie nicht.
I 217
Duhem/Feyerabend: die Logik war auf Seiten des Kardinals Bellarmine und nicht auf Seiten Galileis. Nur der erstere hatte die experimentelle Methode begriffen!
I 218
Kirche/Galilei/Feyerabend die Kirche hatte wohl Recht, darauf hinzuweisen, dass der »ungebildete Pöbel« der ja auch aus Menschen besteht, nicht durch unfundierte Behauptungen beunruhigt werden sollte.
Presse/Öffentlichkeit: auch heute gelten Presseerklärungen bei fehlender Evidenz als Todsünde. Gegen ein solches Vorgehen reagiert die moderne Wissenschaft mit den schärfsten Maßnahmen, die ihr zur Verfügung stehen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.10.2017