Philosophie Lexikon der Argumente

 
Sprache, Philosophie: eine Menge von zu einem Zeitpunkt fixierten lautlichen oder schriftlich kodierten Formen zum Austausch von Informationen bzw. von Unterscheidungen innerhalb einer Gemeinschaft, deren Mitglieder in der Lage sind, diese Formen als Zeichen oder Symbole zu erkennen und zu interpretieren. Im weiteren Sinn auch Zeichensysteme, die von Maschinen verarbeitet werden können. Siehe auch Kommunikation, Sprachregeln, Bedeutung, Bedeutungswandel, Information, Zeichen, Symbole, Wörter, Sätze, Syntax, Semantik, Grammatik, Pragmatik, Übersetzung, Interpretation, Radikale Interpretation, Unbestimmtheit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 295
Sprache/Whorf/Feyerabend: (von Bacon vorweggenommen): These: Sprachen und die mit ihnen verbundenen Verhaltensmuster sind nicht bloß Mittel zur Beschreibung von Ereignissen (Tatsachen), sondern konstituieren auch Ereignisse (Tatsachen).

Whorf/Feyerabend: These das »linguistische Hintergrundsystem« (Grammatik) in jeder Sprache ist nicht bloß ein produktives System zur Formulierung von Gedanken, sondern formt selbst die Gedanken.

I 296
Whorf/Feyerabend: es gibt eine Kenntnis "latenter Klassifikationen" (männlich/weiblich), intuitiv, die durchaus rationaler sein kann als manifeste. Selbst ein Phonem kann eindeutige semantische Funktionen übernehmen. Bsp [th] kommt im Englischen vor allem im bestimmten Artikel vor. Das schafft einen psychischen Widerstand gegen diesen Laut in Phantasiewörtern: (z.B. "thob") so ordnet man ihm "instinkthaft" den stimmlosen th Laut wie in "think" zu. Aber das ist kein Instinkt. Es ist der "sprachliche Rapport".
Eine formale sprachliche Gruppe kann mit einer Ereigniskette zusammenhängen, aus einer formalen wird eine semantische Klasse. Im Lauf der Zeit ordnet sie sich einem Grundgedanken unter und zieht andere, semantisch passende Wörter an. Aus einer formalen wird eine semantische Gruppe.

I 311
Stil/Feyerabend: man darf die Möglichkeit nicht übersehen, dass ein Stil eine genaue Darstellung der Welt liefert, wie sie der Künstler und seine Zeitgenossen sehen. Vielleicht fühlten sich die Menschen damals wirklich als Marionette.
Das wäre allerdings eine realistische Deutung. Sie würde der Whorfschen These entsprechen, dass Sprachen nicht nur Mittel zur Beschreibung von Ereignissen sind, sondern auch Ereignisse gestalten.
VsWhorf: es scheint allerdings, dass durchaus technische Mittel vorhanden waren, um »realistischere« Kunst zu gestalten. Es scheint bewusst darauf verzichtet worden zu sein! Wenn das so ist, dann bedarf Einfluss von Stil (oder Sprache) auf Kosmologie und Wahrnehmungsweisen zusätzlicher Argumente. Er ist nicht selbstverständlich.
Ist diese zusätzlichen Argumente (die niemals zwingend sein können) stehen im Hinweis auf ähnliche Verhältnisse anderen Gebieten.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fe I
P. Feyerabend
Wider den Methodenzwang Frankfurt 1997

Fe II
P. Feyerabend
Erkenntnis für freie Menschen Frankfurt 1979

> Gegenargumente gegen Feyerabend
> Gegenargumente zu Sprache

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.09.2017