Philosophie Lexikon der Argumente

 
Vergleiche, Philosophie: Hier geht es um die Bedingungen, unter denen es möglich ist, Vergleiche anzustellen. Gegenstände, die keinerlei Eigenschaften teilen, sind nicht vergleichbar. Ein Vergleich bezieht sich immer auf eine herausgegriffene Eigenschaft unter mehreren von einem Gegenstand verkörperten Eigenschaften. Voraussetzung von Vergleichen ist eine Konstanz des Sprachgebrauchs. Siehe auch Analogien, Beschreibungsebenen, Stufen, Identifikation, Identität, Veränderung, Bedeutungswandel, Ceteris paribus, Experimente, Beobachtung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II 224ff
Vergleiche/Foucault:
Archäologie: arbeitet mit einer Vielzahl von Registern. Immer im Plural, durchläuft zwischen Räume und Abstände. Nicht dieselbe Zeitrechnung.
Vergleich: ein Vergleich ist immer begrenzt und regional. Er lässt keine allgemeinen Formen erscheinen!
Falsch: es wäre völlig falsch zu sagen, dass man in den verschiedenen Gebieten der Attribution der Gliederung der Bezeichnung und der Derivation die ganze Taxi nur die gleich gestaltet in der Geometrie, der Mechanik, der Physiologie oder der Bibelkritik fände. Dann hätte ich nicht ein Gebiet der Interpositivität beschrieben, sondern den Geist oder die Wissenschaft einer Epoche beschrieben, was ich gerade nicht wollte!
Beziehungen/Foucault : die Beziehungen, die ich beschrieben habe, gelten, um eine besondere Konfiguration zu definieren. Es sind keine Zeichen, um das Gesicht einer Kultur in seiner Totalität zu beschreiben. Es geht nicht um Beschreibung einer Weltanschauung: was dort Lücke, Vergessen, Irrtum wäre, ist für mich bewusster und methodischer Ausschluss!
Gemeinsamkeiten: es geht nicht um Gemeinsamkeiten! Bei der Feststellung von Analogien die des fünf unterschiedliche Aufgaben:
1. zu zeigen, wie völlig unterschiedliche diskursive Elemente von analogen Regeln aus gebildet werden können.
2. inwieweit diese Regeln in der gleichen Weise angewandt werden oder es nicht tun. (Das archäologische Modell jeder Formation zu definieren).
3. zu zeigen, wie vollständig verschiedene Begriffe (z. B. Wert, spezifisches Merkmal, Preis oder Gattungsmerkmal) eine analoge Position in der Verzweigung ihres Systems einnehmen.
4. dagegen zu zeigen, wie ein und derselbe Begriff archäologische verschiedene Elemente abdecken kann (die Begriffe des Ursprungs und der Evolution).
5. Unterordnung oder Komplementaritätsbeziehungen von einer Positivität zur anderen.
Gemeinsamkeiten: nichts in all diesen Beschreibungen stützt sich auf die Bestimmung von Einflüssen, Austausch, übermittelten Informationen und Kommunikation! Hinter Positivität ist keine Oper benachbarter Disziplinen! Sie ist das Gesetz ihrer Kommunikationen. ((s) also doch: Austausch von Informationen!).
Archäologie: lässt auch die Verhältnisse zwischen den diskursiven Informationen und den nichtdiskursiven Bereichen erscheinen (Institutionen, politische Ereignisse, die ökonomische Praktiken und Prozesse). Es geht aber nicht um kulturelle Kontinuitäten. Auch nicht um kausale Analyse (wie politische Veränderungen das Bewusstsein beeinflussten).
Archäologie: sucht nach formalen Analogien und Übertragungen des Sinns. Bsp nicht wie die politische Praxis den Sinn des medizinischen Diskurses bestimmt hat, sondern wie und in welcher Eigenschaft sie zu den Bedingungen seines Auftauchens, und seines Funktionierens gehört. Die politische Praxis hat der Medizin natürlich nicht neue Gegenstände auferlegt, sondern neue Markierungsfelder für die Gegenstände eröffnet.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fouc I
M. Foucault
The Order of Things: An Archaeology of Human Sciences 1994

Fouc II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981

> Gegenargumente gegen Foucault

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.09.2017