Philosophie Lexikon der Argumente

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Zeichen: Zeichen sind erkennbare und abgrenzbare Formen, die ein Beobachter zwei Bereichen zuordnen kann. Der erste Bereich ist dabei das Repertoire an verfügbaren Formen, das eine Unterscheidung von Ähnlichkeit und Unähnlichkeit innerhalb dieses Bereichs erlaubt, der zweite Bereich ist eine Menge von Gegenständen, die wiederum eine Unterscheidung von Ähnlichkeit und Unähnlichkeit zwischen diesen Gegenständen sowie eine Unterscheidung der Gegenstände des zweiten Bereichs von den Formen des ersten Bereichs erlaubt. Es gibt keine Zeichen ohne Beobachtung bzw. Interpretation. Siehe auch Sprache, Wörter, Symbole, Icons, Systeme, Abbildung, Abbildtheorie, Bilder, Zuordnung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 64
Zeichen/16. Jahrh. /Foucault: Die Beziehung zu den Texten ist von gleicher Natur wie die zu den Dingen, hier wie da nimmt man Zeichen auf.
Gott hat die Natur mit Zeichen übersät (zu entziffernde Figuren) während die Menschen der Antike bereits Interpretationen gegeben haben. Das Erbe der Antike ist wie die Natur selbst, ein weiter, zu interpretierender Raum.
Divination und Erudition sind eine gleiche Hermeneutik.
Die Wahrheit der Zeichen, ob auf Pergament oder in Natur ist die gleiche, sie ist ebenso archaisch wie die Institution Gott. Zwischen den Zeichen und den Wörtern gibt es den Unterschied der Beobachtung und der akzeptierten Autorität oder des Verifizierbaren und der Tradition nicht. Es gibt überall nur dasselbe Spiel der Zeichens und des Ähnlichen.
I 74ff
Zeichen/Foucault: Frage: wie verbunden mit dem bezeichneten: 17. Jahrh.: wie kann ein Zeichen mit dem verbunden sein, was es bedeutet, später, klass. Zeitalter: Analyse der Repräsentation, , moderne: Analyse des Sinnes und der Bedeutung. Aber genau dadurch wird die Sprache nichts mehr sein als ein besonderer Fall der Repräsentation. die tiefe Zusammengehörigkeit der Sprache und der Welt wird aufgelöst.
I 89ff
Zeichen/Foucault: an der Schwelle des klassischen Zeitalters hört das Zeichen auf, eine Gestalt der Welt zu sein und es ist nicht länger verbunden durch die geheimnisvollen Bänder der Ähnlichkeit.
Klassik: definiert das Zeichen nach 3 Variablen:
1. Ursprung der Verbindung(natürlich, Bsp wie bei Spiegel oder konventionell, was eine Idee für eine Gruppe von Menschen sein kann).
2. Typ der Verbindung: der Gesamtheit zugehörig wie Bsp das gesunde Aussehen.
3. der Gewissheit der Verbindung: konstant, dass man seiner Zuverlässigkeit sicher ist,
Bsp wie Atmen für das Leben. Keine dieser Verbindungsformen impliziert notwendig Ähnlichkeit.
Bsp Schreie sind spontane Zeichen der Angst, ihr aber nicht analog.
I 89ff
Berkeley/Foucault: Die visuellen Empfindungen sind Zeichen der Berührung, die von Gott eingerichtet sind, dennoch ähneln sie ihr in keiner Weise.
Diese 3 Variablen treten an Stelle der Ähnlichkeit.
16. Jahrh.: es war nicht nötig, dass Zeichen erkannt wurden, das änderte nichts an ihrer Existenz.
17.Jahrh: das ganze Gebiet des Zeichens teilt sich zw. dem Bestimmten und dem Wahrscheinlichen auf. Es konnte kein unbekanntes Zeichen, keine stumme Markierung mehr geben.
D.h. nicht, dass die Menschen im Besitz aller möglichen Zeichen sind, sondern dass ein Z. erst von dem Augenblick an existiert, indem die Möglichkeit einer substitutiven Beziehung zw. zwei bereits Bekannten Elementen erkannt wird.
Es bildet sich stets nur durch einen Akt der Erkenntnis. Hier bricht das Wissen seine alte Verwandtschaft mit der divinatio.
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II 61ff
Zeichen/Diskurs: der Diskurs benutzt die Zeichen für mehr als zur Bezeichnung der Sachen. Dieses Mehr macht sie irreduzibel auf das Sprechen und die Sprache. Dies gilt es zu analysieren.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fouc I
M. Foucault
The Order of Things: An Archaeology of Human Sciences 1994

Fouc II
Michel Foucault
Archäologie des Wissens Frankfurt/M. 1981

> Gegenargumente gegen Foucault



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.08.2017