Philosophie Lexikon der Argumente

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Wort: ein durch Leerräume von anderen Wörtern getrenntes Gebilde innerhalb einer Sprache. Allgemein werden Wörter durch ein oder mehrere Zeichen gebildet, die aneinandergehängt werden. Ganze Wörter können wiederum als Zeichen aufgefasst werden. In menschlichen Sprachen sind die Elemente der Wörter Buchstaben, in Computersprachen werden auch andere Symbole innerhalb von Worten verwendet. Siehe auch Begriffe, Sprache, Zeichen, Symbole, Subsententiales, Bedeutung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Hans-Georg Gadamer über Wörter – Lexikon der Argumente

I 431
Wort/Gadamer: Gotteswort: Der auferstandene und der gepredigte Christus sind ein und derselbe. Insbesondere die moderne protestantische Theologie hat den eschatologischen Charakter des Glaubens herausgearbeitet, der auf diesem dialektischen Verhältnis beruht. >Wort Gottes/Gadamer.
Menschliches Wort/Einheit/Vielheit/Gadamer: Umgekehrt zeigt sich im menschlichen Wort der dialektische Bezug der Vielheit der Worte auf die Einheit des Wortes in seinem neuen Licht.
Dass das menschliche Wort den Charakter der Rede hat, d. h. durch die Zusammenordnung einer Vielheit von Wörtern die Einheit einer Meinung zum Ausdruck bringt, hatte Plato erkannt und diese Struktur des Logos auf dialektische Weise entfaltet. Aristoteles zeigte dann die logischen Strukturen auf, die den Satz bzw, das Urteil oder den Satzzusammenhang bzw. den Schluss ausmachen. Aber die Sachlage ist damit noch nicht erschöpft. Die Einheit des Wortes, die sich in der Vielheit der Wörter auslegt, lässt darüber hinaus etwas sichtbar werden, was im Wesensgefüge der Logik nicht aufgeht und den Geschehenscharakter der Sprache zur Geltung bringt: den Prozess der Begriffsbildung, Indem das scholastische Denken die Verbumlehre ausbildet, bleibt es nicht dabei stehen, die Begriffsbildung als Abbildung der Wesensordnung zu denken. >Begriff/Gadamer.
I 461
Wort/Gadamer: Das Wort ist nicht einfach, wie das mittelalterliche Denken meinte, die Perfektion der Species. Wenn sich im denkenden Geiste das Seiende darstellt, so ist dies nicht die Abbildung einer vorgegebenen Seinsordnung, deren wahre Verhältnisse einem unendlichen Geiste (dem Schöpfergeiste) vor Augen liegen.(Vgl. >Schöpfungsmythos/Gadamer).
Das Wort ist aber auch nicht ein Instrument, das wie die Sprache der Mathematik ein vergegenständlichtes, durch Rechnung verfügbar gemachtes Universum des Seienden zu konstruieren vermag. (Vgl. >Zeichen/Platon).
So wenig wie ein unendlicher Geist kann ein unendlicher Wille die Erfahrung des Seins überbieten, die unserer Endlichkeit angemessen ist. Es ist die Mitte der Sprache allein, die, auf das Ganze des Seienden bezogen, das endlichgeschichtliche Wesen des Menschen mit sich selbst und mit der Welt vermittelt. >Sprache/Gadamer, >Einheit/Vielheit/Platon.
I 462
„Mitte der Sprache“/Gadamer: Ein jedes Wort lässt das Ganze der Sprache, der es angehört, antönen und das Ganze der Weltansicht, die ihm zugrundeliegt, erscheinen. Ein jedes Wort
lässt daher auch, als das Geschehen seines Augenblicks, das Ungesagte mit da sein, auf das es sich antwortend und winkend bezieht.
I 465
Entscheidend ist, dass hier etwas geschieht. Weder ist das Bewusstsein des Interpreten dessen Herr, was als Wort der Überlieferung ihn erreicht, noch kann man, was da geschieht, angemessen beschreiben als die fortschreitende Erkenntnis dessen, was ist, so dass ein unendlicher Intellekt all
das enthielte, was je aus dem Ganzen der Überlieferung zu sprechen vermöchte. Das eigentliche Geschehen ist dadurch aber nur ermöglicht, nämlich dass das Wort, das als Überlieferung auf uns gekommen ist und auf das wir zu hören haben, uns wirklich trifft, als rede es uns an und meine uns
I 466
selbst.
Gegenstand/Gadamer: (...) von seiten des „Gegenstandes“ bedeutet dieses Geschehen das Insspielkommen, das Sichausspielen des Überlieferungsgehaltes in seinen je neuen, durch den anderen Empfänger neu erweiterten Sinn- und Resonanzmöglichkeiten. >Hören/Gadamer.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Gadamer

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