Philosophie Lexikon der Argumente

 
Turingmaschine: Ein Modell von A.M. Turing (A. M. Turing, On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem. Proceedings, London Mathematical Society, 230-265 (1936)), das den Ablauf einer Zeichenmanipulation nach einfachen Regeln wiedergibt und damit untersuchbar macht. Eine Turingmaschine kann prinzipiell alles berechnen, was berechenbar ist. Siehe auch Modell, Formale Sprache, System, Berechenbarkeit, Entscheidbarkeit, Halteproblem.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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II 192
Turingmaschine/Genz: Bsp Anweisungen, die einer bestimmten Stellung entsprechen können nur sein:
Drucke 0
Drucke 1
Bewege das Band ein Quadrat nach rechts
Bewege das Band ein Quadrat nach links
Wenn im vorliegenden Quadrat eine 1 steht, geh zur Anweisung i
Wenn im vorliegenden Quadrat eine 0 steht, geh zur Anweisung i
Stop
Und das ist alles.
II 193
Logik/Mathematik/Physik/Genz. wenn die physikalischen Gesetze anders wären, könnte es sein, dass es unmöglich wäre, eine Turingmaschine zu bauen.
Pointe: es könnte dann sein, dass die Berechnung der Summe zweier Zahlen unmöglich würde!
Beweisbarkeit/Genz: ist daher von Naturgesetzen abhängig.
II 195
Anfangsbedingungen/Anfangszustände/Natur/Genz: in der Natur gibt es überabzählbar viele Anfangszustände. Eine Turingmaschine könnte sie aber nicht alle angeben, weil sie sie nicht alle verschieden darstellen könnte.
II 225
Halteproblem/Nichthalte-Theorem/Genz: könnte es sein, dass eine zukünftige Physik (anders als unsere) ermöglicht, unendlich viele Rechenschritte in endlicher Zeit zu vollziehen?
Turingmaschine/Genz: eine mögliche Welt, in der mehr möglich ist als die Logik erlaubt, könnte nicht durch eine Turingmaschine simuliert werden.
Genz: These: ich sehe nicht, dass es so sein muss, dass in der aktualen Welt jeder Ablauf durch eine Turingmaschine simuliert werden können muss.
David DeutschVsGenz: (The Fabric of Reality): unterstellt, dass alles in der aktualen Welt durch eine Turingmaschine simuliert werden kann. Daraus leitet er ab, dass das Universum rekollabiert, denn ein unendlich wachsendes Universum kann nicht durch eine Turingmaschine simuliert werden.
GenzVsDeutsch: umgekehrt: die auf physikalischen Fakten beruhende Antwort auf die Frage nach dem endgültigen Schicksal des Universums wird auch darüber entscheiden, ob dieses Schicksal durch eine Turingmaschine simuliert werden kann.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002

> Gegenargumente gegen Genz

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.09.2017