Philosophie Lexikon der Argumente

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Vorhersage, Voraussage, Philosophie: Bei Aussagen über die Zukunft geht es um die Bedingungen, unter denen man bereit ist, ihnen Glaubwürdigkeit zuzubilligen. Hier geht es unter anderem um eine Begutachtung der verwendeten Methoden. Siehe auch Regularität, Kausalität, Verlässlichkeit, Verlässlichkeitstheorie, Erklärung, Projizierbarkeit, Induktion, Deduktion, Gewissheit, Methoden, Zukunft, Extrapolation, Statistik, Wahrscheinlichkeit, Naturgesetze, Wahrheitswerte.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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II 18
Theorie/Physik/Genz: ihre Aufgabe sind nicht Vorhersagen, sondern Erklärung. Vorhersagen sind nur zur Überprüfung.
II 45
Vorhersage/Voraussage/Beschreibung/Periodizität/Genz: Frage: die Babylonier konnten auch schon Sonnenfinsternisse vorhersagen, ohne dass sie überhaupt wussten, wie das Sonnensystem aufgebaut war.
Lösung: das war möglich, weil die Vorgänge im System periodisch sind.
Bsp "Saros-Zyklus": nach 6585 1/3 Tagen gibt es wieder eine Sonnenfinsternis.
II 46
Periodizität/Vorhersage/Verstehen/Genz: aufgrund von Periodizität ist Vorhersage ohne Verstehen möglich. Das ist dann aber keine Warum-Erklärung.
II 56
Voraussage/Vorhersage/Genz: es werden dazu gar nicht die Gesetze, sondern Konsequenzen dieser Gesetze gebraucht.
II 299
Vorhersage/Voraussage/Genz: Bsp Angenommen, man hätte ein Programm "Gral" das die Ergebnisse aller möglichen Experimente vorhersagt, wenn man es hat, braucht man gar keine Naturgesetze.
II 300
Vorhersage/Voraussage/Genz: Bsp mein Programm "Gral" kann die Ergebnisse aller Experimente voraussagen, ohne irgendetwas von Naturgesetzen (Naturgesetze) zu wissen: Angenommen, wir wollten einen Raketenschutzschild bauen: den kann Gral kaum unterstützen, denn für einen Plan brauchen wir mehr:
II 301
Plan/Genz: muss mehr sein als das Vorhersehen von Ergebnissen: er muss Einsicht in die Möglichkeiten haben.
Problem: kein Programm, das auf Fragen antwortet, kann entscheiden welche Fragen sinnvoll sind.
Bsp „Gral“: verdoppelt für uns die Natur. Wir könnten statt Gral die Natur selbst fragen. Zu deren Verständnis trägt Gral nicht bei. (GenzVsInstrumentalismus). Das Programm erklärt nichts, sondern fordert (wie die Natur) zur Erklärung auf.
Theorie/Genz: physikalische Theorien haben nur die Aufgabe, Sinneseindrücke zu erklären. Sie bilden Systeme von Aussagen und ziehen aus diesen experimentell überprüfbare Folgerungen. ((s) = Beobachtungskonditional).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002

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> Gegenargumente gegen Genz

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.11.2017